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Wissen Erster Gletscher auf Island für “tot” erklärt
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Island erklärt offiziell ersten Gletscher für “tot” - und enthüllt bewegende Gedenktafel

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09:09 19.08.2019
Zahlreiche Menschen wandern über die Reste des Okjökull zu einer Gedenkveranstaltung für den vergangenen Gletscher. Quelle: Felipe Dana/AP/dpa
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Reykjavik

Ein Opfer der Erderwärmung: Auf Island ist offiziell der erste Gletscher für "tot" erklärt worden. Der 700 Jahre alte Okjokull gilt formell nicht mehr als solcher, weil er mit nur noch 15 Metern Eisdicke zu leicht geworden ist, um sich vorwärts zu schieben. An der Abschiedszeremonie nahmen am Sonntag rund 100 Menschen teil, darunter Regierungschefin Katrin Jakobsdottir.

An Ort und Stelle wurde eine Tafel enthüllt mit der Überschrift "Ein Brief an die Zukunft". Darauf heißt es weiter: "In den nächsten 200 Jahren ist zu erwarten, dass alle unsere wichtigsten Gletscher den gleichen Weg gehen. Diese Gedenktafel dient dazu, anzuerkennen, dass wir wissen, was vor sich geht und was zu tun ist."

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Botschaft an zukünftige Generationen

Der isländische Geologe Oddur Sigurdsson sagte, der frühere Gletscher habe sich einmal über 15 Quadratkilometer erstreckt. Den Okjökull hatte er schon vor rund zehn Jahren für tot erklärt. Zudem würde Island in den nächsten 200 Jahren alle seine Eismassen verlieren.

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Zur Zeremonie brachte Sigurdsson nun medienwirksam eine offizielle Sterbeurkunde für den ehemaligen Gletscher mit. Rund 100 Menschen unternahmen eine zweistündige Klettertour auf den Vulkan, wo früher die Eismasse thronte. Kinder brachten dort eine Gedenktafel für "Ok" an - ohne den Zusatz "jökull" für das isländische Wort für Gletscher. Die 17-jährige Gunnhildur Hallgrimsdottir sagte, sie wisse, dass ihre Enkelkinder sie einmal fragen würden, wie dieser Tag gewesen sei und warum sie nicht genug getan habe.

Klimawandel ist Thema in Reykjavik

Islands Premierministerin Katrin Jakobsdottir fand deutliche Worte. "Wir sehen die Konsequenzen der Klimakrise", erklärte sie. "Wir haben keine Zeit zu verlieren." Dem Klimawandel werde sie auch bei einem Treffen von nordeuropäischen Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in Reykjavik Priorität einräumen, sagte Jakobsdottir.

Weltweiter Temperaturanstieg über Landflächen bei über 1,5 Grad

Schmelzende Gletscher verlieren weltweit nach neuen Schätzungen jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben. Der federführende Forscher Michael Zemp von der Universität Zürich sagte im April, die Welt verliere damit jährlich rund drei Mal das verbleibende Gletschervolumen der Europäischen Alpen. Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt.

RND/dpa/AP

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