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Wissen „Jadehase“ rollt auf Mondoberfläche
Nachrichten Wissen „Jadehase“ rollt auf Mondoberfläche
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09:25 15.12.2013
Chinas Mondfahrzeug rollt seit Sonnabend über den Erdtrabanten. Quelle: Reuters/CCTV
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Peking

Nach der ersten chinesischen Mondlandung ist der „Jadehase“ (Yutu) genannte Rover in der Nacht zum Sonntag auf die Oberfläche des Erdtrabanten gerollt. Das sechsrädrige, 140 Kilogramm schwere Fahrzeug klappte erfolgreich seine Sonnensegel aus, bevor es die Rampen vom Raumschiff „Chang'e 3“ herabfuhr. Auf seiner Fahrt hinterließ der „Jadehase“ eine tiefe Spur im Mondstaub, wie auf Bilder zu sehen war, die das chinesische Staatsfernsehen verbreitete.

Mit dem Erfolg der Mondmission ist China nach den USA und der früheren Sowjetunion erst die dritte Nation der Erde, die eine Mondlandung unternommen hat. Zwölf Tage nach ihrem Start am 2. Dezember war die Sonde am Samstag um 14.11 Uhr MEZ in der „Bucht der Regenbogen“ (Sinus Iridum) gelandet, die zu den schönsten Mondlandschaften gehört. „Ein chinesischer Traum seit alter Zeit wird wahr“, kommentierte das Staatsfernsehen.

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Das Mondfahrzeug soll drei Monate lang die Oberfläche des Mondes erkunden, während das Landefahrzeug sogar ein Jahr lang stationär im Einsatz bleiben wird. Batteriebetriebene Heizsysteme sollen helfen, die enormen Temperaturschwankungen von rund 300 Grad auf dem Mond zu bewältigen. Eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde ist erst für die nächsten Mondflüge bis 2017 geplant.

„Im Vergleich zum Wettrennen im All zwischen den USA und der Sowjetunion basiert die Rückkehr der Menschheit zum Mond eher auf Neugier und dem Willen, das unbekannte Universum zu erforschen“, sagte Sun Huixian, Vize-Chefingenieur des Mondprogramms, der Nachrichtenagentur Xinhua. Die USA hatten zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten gebracht. Zuletzt war vor 37 Jahren die sowjetische Sonde „Luna 24“ auf dem Mond gelandet.

Als erstes soll Chinas Mondfahrzeug nun ein Bild von der vierbeinigen Sonde machen und zur Erde funken. Dazu wurde Staats- und Parteichef Xi Jinping am Sonntagabend im Kontrollzentrum in Peking erwartet, um feierlich den Erfolg der kompletten Mondmission zu verkünden, wie die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen erfuhr.

Der Erfolg seines bislang schwierigsten unbemannten Raumfahrtabenteuers sei für China ein enormer Prestigegewinn mit geopolitischen Auswirkungen, kommentierten internationale Experten. Vor dem Hintergrund der aufgeflammten Spannungen in den Inselstreitigkeiten mit seinen Nachbarn erinnere die Landung auch daran, „dass China eine wachsende Militärmacht ist“, sagte Dean Cheng von der US-Denkfabrik Heritage Foundation in Washington der dpa.

China hat ein ausgewachsenes Raumfahrtprogramm und kann seine Ressourcen für alles Mögliche einsetzen - von Waffenlenksystemen über weltraumgestützte Aufklärung bis hin zu globaler Kommunikation“, sagte der China- und Raumfahrtexperte. „Im Falle eines Konfliktes stellt China eine ganz andere Herausforderung dar als irgendeine Nation in den vergangenen zwei Jahrzehnten.“

Die Legende von der unglücklichen Mondfee Chang'e

China hat die Raumschiffe seines Mondprogramms nach der unglücklichen Mondfee Chang'e benannt. Einer Legende zufolge war sie vom Leben auf der Erde so enttäuscht, dass sie auf den Mond floh. Es gibt verschiedene Versionen der Sage - von der mündlichen Weitergabe der Geschichte über die Gedichte der Tang Dynastie bis hin zu heutigen Bearbeitungen. Aber jeder Chinese kennt die Mondfee.

In früheren Zeiten erzählten die Menschen, Chang'e habe Wolken als Fähre zum Mond genutzt. Oft wird gesagt, sie sei vor einem tyrannischen Ehemann geflohen, der mit eiserner Hand über sein Reich geherrscht habe. Dies machte sie auch zur Heldin von Kleinbauern. Nach einer anderen Sage war sie unglücklich verliebt und nahm einen Zaubertrank. Der machte sie so leicht, dass sie der Erde entglitt.

Jeden September wird die Fee in einem großen Fest - dem Mondkuchen-Tag - landesweit gefeiert. Liebespaare essen runde Kuchenstückchen, während sie gemeinsam zum Vollmond blicken. Nach der Mondkuchen-Legende war Chang'e mit einem kaiserlichen Bogenschützen verheiratet, der neun von zehn Sonnen am Himmel abschießen sollte. Er wurde mit einem Zaubertrank für Unsterblichkeit belohnt, den jedoch seine wunderschöne Frau trank und daraufhin zum Mond entschwebte.

Der Geschichte nach sitzt die Mondfee mit einem weißen Hasen auf dem Erdtrabanten. In einer Online-Umfrage haben drei Millionen Chinesen deswegen das Mondfahrzeug „Jadehase“ (Yutu) getauft.

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