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Wissen Paar vergiftet sich bei Ayurveda-Kur
Nachrichten Wissen Paar vergiftet sich bei Ayurveda-Kur
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11:36 05.11.2015
Entspannendes Ritual: Der Stirn-Ölguss ist traditioneller Bestandteil der Ayurveda-Behandlung (Symbolbild). Quelle: dpa
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Aachen

Es ginge um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung, wie ein Sprecher auf Anfrage bestätigte. Auslöser sei die Strafanzeige eines Aacheners gewesen, der zusammen mit seiner Frau eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka gemacht habe.

Dabei wurde das Ehepaar mit Schwermetallen vergiftet, wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet hatte. Bei dem Paar seien erhöhte Quecksilber- oder Bleiwerte gemessen worden. Beschuldigt wird laut Staatsanwaltschaft eine Deutsche, die das Hotel in Sri Lanka betreiben soll, in dem den Eheleuten die belasteten Ayurveda-Mittel verabreicht wurden.

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Kein Einzelfall

Bundesweit sind in den vergangenen Monaten mehrere Vergiftungsfälle infolge belasteter Ayurveda-Mittel bekanntgeworden. Unter anderem wurde in Hamburg eine 55-Jährige behandelt. "Sie wäre beinahe daran gestorben", sagte der medizinische Sprecher der Asklepios-Kliniken, Franz Jürgen Schell, auf dpa-Anfrage. Chefarzt Tobias Meyer sagte, in einem Fall habe der Quecksilbergehalt einer im Labor geprüften Ayurveda-Pille den zulässigen Grenzwert um das "2,3-Millionenfache" überschritten.

Inzwischen rät das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für Sri Lanka "dringend", ayurvedische Behandlungen nur in Einrichtungen vorzunehmen, die bei der Sri Lanka Tourism Development Authority (SLTDA) registriert seien und "keinesfalls unzertifizierte ayurvedische Medikamente einzunehmen".

dpa

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