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11:24 27.10.2015
Von Thorsten Fuchs
Wie komme ich am schnellsten zum Ziel? Forscher haben herausgefunden, dass die kürzeste Warteschlange an der Kasse tatsächlich die schnellste ist. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Hannover

Sie freuen sich, weil Sie nur zwei Leute vor sich haben? Die Einkaufswagen halb leer, die Portemonnaies gezückt, wähnen Sie sich schon auf dem Weg nach draußen? Zu früh triumphiert. Wahrscheinlich hat die Frau vor Ihnen ihre Geheimzahl vergessen. Oder dem Mann ganz vorn fällt auf, dass ihm der Viererpack Joghurt doch zu teuer ist.

"Frau Klajewski, Storno bitte an Kasse zwei!" Die schnellere Schlange, das ist eben immer die andere. Wobei die Wissenschaft jetzt hinzufügt: Vielleicht liegt es auch an dem, was Sie in der Hand haben, wenn es an der Kasse mal wieder ein bisschen länger dauert.

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120 kleine Einkäufe mit Testpersonen

Die Erkenntnisse zweier Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig lassen sich jedenfalls so zusammenfassen: Bier bremst. Die Psychologen stellten ihre Testpersonen 120-mal mit kleinen Einkäufen an die Supermarktkassen. In gut einem Drittel der Fälle erbarmten sich andere Wartende und ließen die Tester vor.

Abhängig war das jedoch davon, was die Käufer in der Hand hatten: Wollten sie Wasser kaufen, ließen andere sie deutlich häufiger an sich vorbeiziehen. Das Mitgefühl mit Biertrinkern hält sich dagegen in Grenzen. Sie warteten am längsten.

Mit Wasserflaschen geht es schneller

Die Braunschweiger Forscher wollten vor allem wissen, unter welchen Umständen wir bereit sind, Fremden zu helfen. Offenbar tun wir das dann am liebsten, wenn wir annehmen, dass unser Gegenüber sich mit einem ähnlichen Gefallen in einer anderen Situation mal revanchiert – und da scheinen uns Biertrinker, schlimmer Verdacht, im Zweifel etwas unzuverlässig.

Ein demonstrativ gekauftes Wasserfläschchen kann den Einkauf also deutlich beschleunigen. Und sonst? Tatsächlich beschäftigt sich ein ganzer Zweig der Mathematik mit der Frage, welche Supermarktschlange die schnellste ist.

Ergebnis: Egal wie voll die Einkaufswagen sind, bei der kürzesten wartet man am wenigsten – denn am längsten dauert das Zahlen, nicht das Scannen der Artikel. Gefühlt jedoch ist die eigene Schlange sowieso immer die langsamste. Da ist auch Mathe machtlos.

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