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Wissen Klimawandel begünstigt Ausbreitung von Krankheiten
Nachrichten Wissen Klimawandel begünstigt Ausbreitung von Krankheiten
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17:04 27.11.2009
Besonders gefährdet: Menschen in Entwicklungsländern. Quelle: afp
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Deshalb fordern sie in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" eine stärkere Berücksichtigung von Gesundheitszielen beim Kampf gegen den Klimawandel. Durch eine kluge Klimapolitik könnten aber nicht nur diese Folgen begrenzt, sondern gleichzeitig auch heute schon bestehende Gesundheitsrisiken bekämpft werden.

Als Beispiel nannten die Ärzte die Förderung von modernen Verbrennungsöfen für Haushalte in armen Ländern. Dies könne sowohl Millionen Tonnen CO2 vermeiden als auch Menschen vor Lungenkrankheiten und Lungenkrebs bewahren, die bisher durch austretenden Rauch verursacht würden, hieß es in einem der Berichte. Allein in Indien stürben schätzungsweise jedes Jahr 400.000 an den gesundheitlichen Folgen der Abgase aus alten, ungesunden Verbrennungsöfen.

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Auch im Verkehrsbereich lasse sich das doppelte Ziel aus Klima- und Gesundheitsschutz erreichen. Wenn Städte so gestaltet würden, dass Menschen sich mehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen könnten, bringe das der Gesundheitsvorsorge mehr als die Förderung von Fahrzeugen mit geringeren Emissionen. Modellrechnungen für London und Neu Delhi hätten gezeigt, dass so die gleichzeitige Senkung von CO2-Emissionen und die Verringerung von Herzkrankheiten und Schlaganfällen gleichzeitig erreicht werden könne.

In der Landwirtschaft wiederum trage die Nahrungsmittelherstellung heute mit zehn bis zwölf Prozent zu den Treibhausgasemissionen bei. Die Bevölkerungsexplosion werde insbesondere in Asien die Tierproduktion bis 2030 um 85 Prozent steigen lassen, was einen deutliche Anstieg von Gasen wie Methan zur Folge haben werde, die zur Erderwärmung beitrügen. Eine Verringerung der Tierproduktion helfe nicht nur, die Klimaziele zu erreichen, sondern würde auch die Fälle von Herzkrankheiten senken, die durch den Verzehr tierische Fette verursacht würden.

afp