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Marienkäferplage 2019: Warum sieht man sie jetzt überall in großen Schwärmen?

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15:51 28.10.2019
Marienkäferplage 2019: Ab Oktober sind die kleinen Käfer in großen Schwärmen unterwegs.
Hannover

Sie sind in großen Schwärmen unterwegs und machen es sich an Hauswänden, auf Pflanzen oder auch direkt in unseren Wohnräumen gemütlich. Marienkäfer sind derzeit wieder auf der Suche nach einem Winterquartier. Wie Sie die Insekten wieder loswerden und was Sie sonst noch über die aktuelle Marienkäfer-Invasion wissen müssen, verraten wir Ihnen hier.

Marienkäfer in Häusern und Wohnungen: Auf der Suche nach einem Winterquartier

Im Herbst machen sich Marienkäfer auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Dafür versammeln sie sich teilweise in großen Schwärmen und ruhen sich beispielsweise an Häuserwänden aus. Zwar fliegen die Käfer zu Beginn der kalten Jahreszeit eigentlich in wärmere Regionen Europas, aufgrund des milden Herbstes sind sie derzeit aber auch hierzulande auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe. Bei einem geöffneten Fenster kann es so auch gelegentlich passieren, dass die Tiere sich in unsere Wohnräume verirren. Überwintern können Marienkäfer innerhalb einer Wohnung übrigens nicht – sie benötigen kühle, frostfreie Räume für ihre Winterruhe.

Die großen Ansammlungen, die derzeit häufig zu sehen sind, bestehen vor allem aus asiatischen Marienkäfern – einer Art, die in Deutschland ursprünglich nicht heimisch war und sich erst in den letzten Jahrzehnten etablierte. Aber auch unsere heimischen Zweipunkt- und Vierpunkt-Marienkäfer sammeln sich gern scharenweise, um dann beispielsweise in Spalten von Fensterrahmen zu überwintern. Sobald die Temperaturen sich abkühlen, bleibt der Marienkäfer bis zum nächsten Frühjahr in seinem Winterquartier und verfällt in eine Kältestarre. Zwischen März und April, wenn die Temperaturen ansteigen, verlassen sie ihre Winterquartiere wieder.

Wie überwintern Marienkäfer?

Normalerweise überwintern Marienkäfer in trockenen Laubhaufen, zwischen den Nischen eines Steinhaufens, in Grasbüscheln, zwischen Totholz oder unter Moosdecken. Wer den Tieren einen Rückzugsort im heimischen Garten bieten möchte, kann dafür einfach eine Mulchschicht aus Laub in den Staudenbeeten liegen lassen. Die Käfer überwintern dort in der Regel bis Ende März. Auf der Suche nach Wärme und einem trockenen Platz kann es vorkommen, dass Marienkäfer sich in Häuser oder Wohnungen verirren – in dem Fall lassen sie sich jedoch ganz einfach an eine geschützte Stelle im Garten umsiedeln.

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Marienkäferplage 2019: Wie kann man Marienkäfer bekämpfen?

Mitunter sind Marienkäfer in den warmen Herbstmonaten in solch großen Mengen anzutreffen, dass sie manch einem bereits als Plage erscheinen. Wenn Sie sich von den Ansammlungen gestört fühlen, gibt es einige hilfreiche Mittel und Maßnahmen, um die Tiere wieder loszuwerden – bestenfalls ohne sie zu töten, denn Marienkäfer sind für den Menschen trotz allem vollkommen ungefährlich. Diese Tipps helfen weiter:

  • Rechtzeitig vorsorgen: Möchten Sie die Marienkäfer von vornherein gar nicht erst in Ihre Wohnräume lassen, dann helfen unter anderem Lorbeer, Vanillestangen oder Lavendelöl. Die Gerüche sind den Käfern zuwider, verteilen Sie also einfach ein paar Portionen an Ihren Fensterbänken. Auch ein einfaches Fliegenschutzgitter versperrt ihnen den Weg.
  • Marienkäfer aufsaugen: Sind die Käfer bereits in Ihrer Wohnung, dann hilft folgender Trick: Nehmen Sie einen Staubsauger und stülpen Sie den Bund einer Socke hinüber. Stellen Sie das Gerät auf die niedrigste Stufe und saugen Sie die Tiere dann vorsichtig auf. Sie landen allesamt in der Socke und können dann unkompliziert – und vor allem lebendig – nach draußen transportiert werden.
  • Insektizide gegen Marienkäfer: Sicherlich lassen sich Marienkäfer auch mit biologischen oder chemischen Insektiziden loswerden, eigentlich ist es aber nicht notwendig, die kleinen Käfer zu töten. Sie sind zum einen ungefährlich für den Menschen und richten andererseits auch keine Schäden an. Wir empfehlen daher in jedem Fall eine schonende Variante (siehe oben), um die Tiere sicher ins Freie zu befördern.

Marienkäfer in Deutschland

Hierzulande ist vor allem der Siebenpunkt-Marienkäfer heimisch. Allein in Mitteleuropa bringt er es mit seiner Verwandtschaft auf über 70 verschiedene Arten. Weltweit bringt es die Familie der Marienkäfer sogar auf etwa 6000 Arten, die in nahezu allen Erdteilen und Biotopen anzutreffen sind. Da 2019 ein vergleichsweise trocken-warmes und damit insektenfreundliches Jahr war, ist der Marienkäfer auch jetzt immer noch anzutreffen.

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Was fressen Marienkäfer?

Marienkäfer fressen vornehmlich Blattläuse und Schildläuse, aus diesem Grund gelten sie gerade bei Gartenfreunden als gern gesehene Nützlinge. Mitunter kann ein Marienkäfer bis zu 70 Blattläuse am Tag fressen und trägt damit aktiv dazu bei, Schädlinge im Beet gering zu halten – und das ganz ohne chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Abseits dessen fressen Marienkäfer auch andere Kleintiere wie etwa Milben, Wanzen und Larven, einige Arten sind außerdem ausschließlich auf Pflanzen spezialisiert.

Warum haben Marienkäfer Punkte?

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass die Punkte des Marienkäfers auf dessen Alter hinweisen. Tatsächlich stehen die Punkte einer jeden Art jedoch von der Geburt des Käfers an fest und verändern sich im Laufe seines Lebens nicht mehr. Vielmehr dienen die Punkte vermutlich der Abschreckung von Fressfeinden – für den Menschen haben sie außerdem den praktischen Vorteil, die unterschiedlichen Arten zum Teil auf einen Blick unterscheiden zu können. So gibt es beispielsweise:

  • Den völlig punktfreien Kugelkäfer
  • Den Zweipunkt-Marienkäfer
  • Den Vierpunkt-Marienkäfer
  • Den Siebenpunkt-Marienkäfer
  • Den Vierzehnpunkt-Marienkäfer
  • Den Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer

Können Marienkäfer beißen?

Ja, einige Marienkäferarten können tatsächlich beißen. Das gilt zum Beispiel für den Asiatischen Marienkäfer. Sein Biss ist zwar deutlich zu spüren, bleibt jedoch ohne gesundheitliche Folgen. Andere Marienkäferarten wehren sich hingegen mit einem stinkenden Sekret, um Feinde abzuwehren. Das Sekret schadet dem Menschen nicht, ist aber beispielsweise wirkungsvoll gegen Ameisen und kann diese in die Flucht schlagen.

Welcher Marienkäfer ist giftig oder gefährlich?

Ob und wie giftig ein Marienkäfer ist, verrät die Farbe der Deckflügel. Hierbei gilt: Je auffälliger die Zeichnung, desto giftiger. Gesundheitsschädlich oder gar lebensgefährlich für den Menschen ist das Marienkäfergift nicht, bei Fressfeinden wie etwa Vögeln oder Ameisen kann es hingegen toxisch wirken – zudem stinkt es und macht die Käfer ungenießbar. Forscher fanden heraus, dass sich die Giftigkeit unter anderem daran orientiert, wie intensiv die Färbung ist. Ein Experiment in Großbritannien zeigte, dass der Zweipunkt demnach das stärkste Abwehrsekret zu bieten hatte.

Sind Marienkäfer eine bedrohte Tierart in Deutschland?

Als Glückssymbol und Nützling ist der Marienkäfer hierzulande durchaus beliebt. Insbesondere unsere heimischen Arten wie der Zweipunkt- und der Siebenpunkt-Marienkäfer müssen seit einigen Jahren jedoch mit neuen Arten um ihr Bestehen kämpfen.

Seit der Asiatische Marienkäfer (auch Harlekin-Marienkäfer) in den 1980ern als biologischer Pflanzenschutz nach Deutschland eingeführt wurde, herrscht ein harter Verdrängungskampf. Abgesehen davon, dass ihre asiatischen Verwandten etwa fünfmal mehr Schädlinge vertilgen können, vermehren sie sich pro Jahr wesentlich häufiger: Der einheimische Marienkäfer schafft es nämlich nur auf einmaligen Nachwuchs, während der Harlekin-Marienkäfer bis zu viermal im Jahr Eier legen kann.

Während nahezu alle Marienkäferarten durch die Bitterstoffe in ihrem Blut gut vor vielen Vögeln und anderen Gefahren geschützt sind, gelten sie laut Marienkäferexperte Professor Andreas Vilcinskas untereinander als ihre wohl größten Feinde – denn Marienkäferlarven fressen während ihres Lebenszyklus alle Larven jeder anderen Marienkäferart, sofern sie aufeinandertreffen. Die heimischen Arten könnten hier also langfristig das Nachsehen haben, da sie im Jahr schlicht weniger Nachkommen produzieren.

RND/do

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