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Nachrichten Wissen Colorado erlaubt Cannabis als Hilfe bei Autismus
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12:09 03.04.2019
Ein Laden für Medizinisches Marihuana in Denver, Colorado. Quelle: Theo Stroomer/Getty
Denver

Das Gesetz, das das Parlament des amerikanischen Bundesstaates zuvor mit 31:4 Stimmen passiert hatte, erlaubt es nun Bürgern Colorados, die an Formen von Autismus leiden, sich medizinisches Marihuana verschreiben zu lassen, berichtet die Denver Post.

Um Anspruch auf eine Verschreibung zu haben, muss eine „Autismusspektrumsstörung von einem Hausarzt mit Erfahrung auf dem Gebiet der Autismusspektrumsstörung oder einem lizensierten psychiatrischen Dienstleister diagnostiziert werden“, heißt es in dem Gesetz. Patienten unter 18 Jahren benötigen die Unterschrift zweier Ärzte unter der Bescheinigung, an einem „einschränkenden medizinischen Zustand“ zu leiden, wie es in der juristischen Terminologie in den USA heißt.

Marihuana ist in Colorado legal

Im Jahr 2018 war ein ähnlicher Gesetzentwurf am Veto des damaligen Gouverneurs John Hickenlooper gescheitert, der sich auf Zweifel von Medizinern an der Therapiemethode bezog. Nach seinem Veto beauftragte Hickenlooper allerdings die Erstellung einer Studie, die sich mit der Wechselwirkung von Medizinischem Marihuana und Autismus-Erkrankungen beschäftigte. Auf 59 Kindern in den USA kommt statistisch eine Autismus-Erkrankung. Seit 2014 ist der Besitz und Konsum von Cannabis – auch als Genussmittel – in Colorado legal.

Cannabis gilt laut unterschiedlichen
Studien besonders bei Kindern, die an Autismusformen leiden, als besonders wirksam gegen Hyperaktivität, Lethargie, Tourette-Attacken und Reizbarkeit. Da viele Autismuspatienten normale Alltagssituationen wie Fahrgeräusche oder Menschenansammlungen in öffentlichen Transportmitteln als geradezu physisch schmerzhafte Reizüberflutung wahrnehmen, gilt das „Runterregeln“ durch Medizinisches Marihuana als erfolgversprechende Therapiemethode.

Schilderung aus Sicht eines Betroffenen

Auf der Website weedo.de beschreibt ein Blogger, der selbst mit Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, lebt sehr anschaulich die Sinneswahrnehmungen eines Autismus-Patienten: „So lässt sich recht allgemein sagen, dass Menschen auf dem Autismus-Spektrum, ob hochfunktional oder nicht, in der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen von der Norm abweichen.“ Eindrücke ließen sich dabei oft nur schwer ausblenden, Gedanken sich schwer beiseite schieben und unrhythmische, laute Geräuschkulissen, im falschen Augenblick wahrgenommen, können bildlich gesprochen die Wirkung eines Hagelsturms entfalten.“ „Autisten fühlen viel mehr als wir“, sagt auch der Hirnforscher Henry Markam.

Im Bezug auf den Einsatz von Cannabis, ist der Blogger hoffnungsvoll: „Zwar steckt die Forschung, sowohl an Cannabis als auch an Autismus, noch in den Kinderschuhen, weitere Studien und Ergebnisse sollten jedoch nicht lange auf sich warten lassen, und für Menschen auf dem Autismus-Spektrum ist der Horizont bereits jetzt voller Silberstreifen: Die Anwendungsmöglichkeiten von Cannabisprodukten sind vielfältig, und könnten für viele Autisten schon bald ein erleichtertes und angenehmeres Leben bedeuten, frei von schlaflosen Nächten und Nervenzusammenbrüchen.“

Von Daniel Killy/RND

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