Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Mysteriöses US-Shuttle nach sieben Monaten wieder gelandet
Nachrichten Wissen Mysteriöses US-Shuttle nach sieben Monaten wieder gelandet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:41 04.12.2010
Bei dem Raumschiff unter dem Code-Namen X-37B handelt es sich praktisch um eine Mini-Version eines Space Shuttle. Quelle: dpa
Anzeige

Ende einer geheimnisumwitterten Dienstfahrt: Nach sieben Monate langem Testflug im All ist das „Space Plane“ der US-Luftwaffe wieder auf der Erde. Das unbemannte Raumschiff landete am Freitag rund eine Stunde nach Mitternacht (Ortszeit) auf dem Militärflughafen Vandenberg in Kalifornien. Die Militärs sprachen von einem erfolgreichen Jungfernflug, der „mehr als 220 Tage“ gedauert habe. Einzelheiten wurden nicht genannt - das Unternehmen gilt als „top secret“.

Bei dem Vehikel unter dem Code-Namen X-37B handelt es sich praktisch um eine Mini-Version eines Space Shuttle. Es ist gerade mal 8,80 Meter lang, hat zwei kurz gestutzte Flügel und soll die Erde in rund 900 Kilometer Höhe umkreist haben.

Anzeige

Das Gefährt - auch Orbital Test Vehicle (OTV) genannt - war am 22. April vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral in Florida von einer Atlas-V-Rakete in den Orbit befördert worden. Über die genaue Dauer der Reise hatten sich die Militärs zunächst ausgeschwiegen. „Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt“, war alles, was der für Raumfahrt-Programme zuständige stellvertretende Luftwaffen-Staatssekretär Gary Payton damals verriet. Unklar ist vor allem, welche künftigen Aufgaben die Militärs für den Mini-Shuttle ins Auge fassen.

Bereits zum Start gab es wütende Kritik aus Moskau. Russland wirft den USA vor, den Weltraum militarisieren zu wollen. „Die USA haben schlichtweg auf die Rufe Russlands und der Welt gespuckt, auf die Pläne zur Stationierung von Waffen im Weltraum zu verzichten“, meinte Ex-Luftwaffenchef Anatoli Kornukow im April. Der X-37B-Orbiter erhöhe die Kampffähigkeit der USA deutlich.

Als Antwort müsse Moskau ein neues System zur Abwehr von Angriffen aus dem All entwickeln, sagte Kornukow. Das Space Plane zeige das Bestreben der USA, „in den Weltraum zu gelangen und uns zu bedrohen“.

Aufgabe des Jungfernflugs war es, zunächst die Navigations- und Flugleitsysteme, Materialien und Dichtungen dem Realitätstest zu stellen. Die Raumfähre sollte in der Umlaufbahn ihre Ladebucht öffnen und ihre Sonnensegel entfalten.

An dem Orbital Test Vehicle wurde über zehn Jahre lang gearbeitet. Begonnen wurde das Projekt in den späten 1990er Jahren zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde NASA, 2004 übernahm dann das Militär das Projekt - zusammen mit dem Hersteller, der Boeing-Abteilung „Phantom Works“. Es heißt, die Luftwaffe habe bereits einen zweiten X-37B- Orbiter bestellt.

dpa

Mehr zum Thema

Wegen technischer Probleme ist der letzte Flug der US-Raumfähre „Discovery“ zur Internationalen Raumstation ISS erneut verschoben worden. Das Space Shuttle kann nach NASA-Angaben seinen Flug frühestens im 3. Februar antreten.

04.12.2010

Forscher haben in einem unwirtlichen Salzsee eine überraschende Entdeckung gemacht - Bakterien, die hochgiftiges Arsen fressen. Astrobiologen fragen: Gibt es Ähnliches auf anderen Planeten?

02.12.2010

40 Lichtjahre von der Erde entfernt: Ein deutsch-amerikanisches Astronomenteam hat erstmals die Atmosphäre eines erdähnlichen Planeten durchleuchtet. Möglicherweise hat der Planet mit der Katalognummer GJ 1214b einen kochenden Ozean an seiner Oberfläche.

01.12.2010