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Wissen NASA-Sonde „Deep Impact“ begegnet dem Kometen „Hartley 2“
Nachrichten Wissen NASA-Sonde „Deep Impact“ begegnet dem Kometen „Hartley 2“
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15:20 27.10.2010
Der Komet „Hartley 2“ ist zurzeit bei klarem Himmel im Sternbild Fuhrmann zu finden. Quelle: dpa
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Kosmische Begegnung der seltenen Art: Am 4. November soll die NASA-Sonde „Deep Impact“ in nur 700 Kilometern Entfernung am Kometen „Hartley 2“ vorbeifliegen. Ziel der Mission ist es, Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Schweifstern-Kerns und über die Ursprünge des Sonnensystems zu gewinnen. „Wir sind alle sehr aufgeregt“, sagte Projektmanager Tim Larson am Dienstag (Ortszeit).

Es sei das fünfte Mal, dass eine Raumsonde nahe genug an einen Schweifstern herankomme, um Bilder vom Kern zu schießen. „Hartley 2“ ist knapp einen Kilometer groß und gilt damit als recht klein.

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„Hartley 2“ hat schon jetzt eine tolle Show geboten, mit mehr als nur ein paar Überraschungen“, meinte der Chefwissenschaftler der Mission, Mike A’Hearn von der Universität von Maryland. „Während der Begegnung erwarten wir mehr vom Unerwarteten.“

Die Forscher hatte Anfang September während des Anflugs auf den 1986 entdeckten Kometen damit begonnen, Aufnahmen von ihm zu sammeln - am Ende sollen es mehr als 64.000 Bilder werden. Insgesamt gut elf Wochen lang soll die Sonde ihn unter die Lupe nehmen - laut US- Weltraumbehörde die beste, dauerhafte Betrachtung eines Kometen. Zum Einsatz kommen zwei Teleskope mit digitalen Farbkameras und ein Infrarot-Spektrometer, um den staubigen, eisigen Kometen zu beäugen.

Die Begegnung wird in rasendem Tempo stattfinden: „Deep Impact“ soll am 4. November gegen 15.00 Uhr MEZ mit mehr als 43.000 Kilometern pro Stunde an dem Kometen vorbeiflitzen. Nach dem Rendezvous sammele die Sonde noch rund drei Wochen weiter Daten.

„Deep Impact“ hatte bereits vor fünf Jahren für Schlagzeilen gesorgt: Damals war von der Sonde aus ein Projektil auf den Kometen „Tempel 1“ geschossen worden. So wollten Forscher Erkenntnisse über das Innenleben des Himmelskörpers gewinnen. Nach der Mission sei das „Mutterschiff“ noch „in guter Form gewesen“, sagte Larson. Deshalb habe man einen neuen Auftrag für die Sonde ersonnen.

Weil Kometen viel Zeit abseits der Sonne verbringen, ist ihre Zusammensetzung laut NASA durch die Kälte noch recht unverändert - eine Fundgrube für Wissenschaftler. „Kometen sind Überbleibsel von der Konstruktionsphase unseres Sonnensystems“, erläuterte Forscher Sebastien Besse. „Diese Vorbeiflüge helfen uns zu verstehen, was vor viereinhalb Milliarden Jahren geschah“, sagte Lori Feaga, Wissenschaftlerin bei der Deep Impact/EPOXI-Mission.

Eine besondere Herausforderung für die Bodenkontrolle werden die Stunden direkt um die Begegnung am 4. November herum sein, da die Sonde nicht für diesen Einsatz gebaut wurde. „Wenn wir noch einmal ganz von vorne anzufangen hätten, würden wir wohl einige Teile der Sonde anders anordnen“, sagt Projektmanager Larson. „Aber wir haben kreative Wege entwickelt, mit dem zu arbeiten, was wir haben“. Man sei „zuversichtlich, einen erfolgversprechenden Plan zu haben, um einen eingehenden Blick auf „Hartley 2“ zu werfen“.

dpa