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09:47 16.02.2015
Eine 3D-Methode zur Oberflächenuntersuchung hat beispielsweise aufgedeckt, dass der französische Künstler Paul Gauguin (1848-1903) seine Drucke wohl anders produziert hat, als bislang geglaubt. Quelle: Steffen Schmidt
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San Jose

Mit neuen Computertechniken haben Wissenschaftler tiefer in altbekannte Kunstwerke hineingeschaut als je zuvor. Eine 3D-Methode zur Oberflächenuntersuchung hat beispielsweise aufgedeckt, dass der französische Künstler Paul Gauguin (1848-1903) seine Drucke wohl anders produziert hat, als bislang geglaubt. Das sagte der Computerwissenschaftler Oliver Cossairt am Samstag (Ortszeit) bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS im kalifornischen San Jose.

Gauguin habe einige weiße Linien des 1902 entstandenen Druckes „Nativity“ nicht etwa in das Papier hineingestanzt, sondern durch Entfernung von Druckfarbe geschaffen. Die neuartige 3D-Methode habe ergeben, dass die Oberfläche unter den Linien glatt sei, sagte Cossairt. „Die Technik erlaubt uns, die Farbe des Druckes virtuell abzuschälen und nur die Oberfläche anzuschauen.“ Die Erkenntnisse der Studie von Cossairt und seinem Team, die insgesamt 19 Gauguin-Drucke untersuchten, sollen nun in eine für 2017 geplante Ausstellung über den französischen Künstler einfließen.

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Cossairts Kollege Amit Roy-Chowdhury von der University of California wendete die Computermethode der Gesichtserkennung auf Porträts aus der Renaissance an. Der Computer misst dabei Distanzen zwischen den Bestandteilen des Gesichts und besondere Merkmale und kann dann zwei Gesichter gegeneinander abgleichen. Die Methode könne Kunsthistorikern dabei helfen, bislang nicht zugeordnete Personen auf Porträts doch noch zu identifizieren, sagte Roy-Chowdhury.

Noch bis zum Montag wollen bei der diesjährigen Konferenz der AAAS rund 10.000 Wissenschaftler über ihre Forschung diskutieren und neue Ergebnisse vorstellen. Das Treffen, das bereits zum 181. Mal stattfindet, steht unter dem Motto „Innovation, Information und Abbildung“. Der Wissenschaftsverband AAAS (American Association for the Advancement of Science) mit Sitz in Washington gibt unter anderem das Fachjournal „Science“ heraus.

dpa

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