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08:14 02.12.2011
Von Klaus von der Brelie
Besuch aus dem Osten: Der Wolf im Wendland soll aus Sachsen-Anhalt über die Landesgrenze gekommen sein. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

Schon im kommenden Jahr rechnen sie damit, dass in der Lüneburger Heide oder im Wendland das erste Wolfspaar zusammenfindet und Nachwuchs aufzieht. Sander ist überzeugt, dass die Jäger die besten Wolfsschützer sein werden. Er hat am Donnerstag am Rande der Messe „Pferd & Jagd“ in Hannover einen Kooperationsvertrag mit der Landesjägerschaft unterschrieben, der das sogenannte Wolfsmonitoring regelt. Konkret geht es darum, dass die Wolfsexpertin Britta Habbe, angestellte Biologin der Landesjägerschaft, künftig alle Hinweise auf Wolfsvorkommen sammelt und wissenschaftlich überprüft. Sie koordiniert zudem die Arbeit der gut 40 ehrenamtlichen Wolfsberater im Lande und trägt zu deren Weiterbildung bei.

Sander erinnerte daran, dass es überall im Lande Jäger gebe und keine andere Naturschutzorganisation mit einer ähnlichen Präsenz aufwarten könne. „Deshalb sind die Wölfe bei den Jägern in guten Händen.“ Die Grünen widersprachen und erklärten, der Wolfsschutz gehöre in die Hände der Umweltverbände. Sie dürften nicht ausgebootet werden. Die SPD beklagte eine „fragwürdige Kooperation“ zwischen Jägerschaft und Minister. Der Minister gehe nach „Gutsherrenart“ vor und ziehe beim Wolfsschutz die Landesjägerschaft allen anderen Beteiligten vor. Ähnlich äußerte sich der Nabu. Wolfsinteressierten, die nicht der Jägerschaft angehörten, werde das Mitspracherecht untersagt.

Anders als in Sachsen, wo Wölfe auf Wunsch der Landesregierung in den Katalog der jagdbaren Wildarten aufgenommen werden, sollen die niedersächsischen Wölfe auch künftig dem Naturschutzrecht unterliegen und streng geschützt sein. Für Dammann-Tamke ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich Jäger um den Erhalt und die Hege gefährdeter Tierarten kümmern. Als Beispiele nennt er das 40-jährige Engagement in Norden-Norddeich zum Schutz der Seehunde, die Auswilderung der Luchse im Harz und die Bemühungen in der Heide zur Sicherung des einzigen Birkwildvorkommens nördlich der Alpen.

Und warum widmen sich die Jäger jetzt den Wölfen? Die Landesjägerschaft wolle als Naturschutzorganisation zur Versachlichung beitragen, sagt Dammann-Tamke, „und mithelfen, dass der Wolf einen angemessenen Platz in unserem Lande bekommt. Wir wollen ein konfliktarmes Miteinander von Jägern, Naturnutzern, Wild und Wolf organisieren, Ängste abbauen.“

Dass der Wolf nach mehr als 100 Jahren in Niedersachsen wieder heimisch wird, ist für die Wolfsexperten schon längst keine Frage mehr. Eine Wolfsfähe hält sich seit Monaten zwischen Hamburg und Celle auf und ist den Förstern auf den Schießplätzen in der Heide mehrfach in eine Fotofalle geraten. Ein zweiter Wolf löste Mitte vergangenen Monats bei einer Jagd im Wendland großes Erstaunen aus. Er beäugte aus angemessener Distanz Jäger, Treiber und Hunde, bevor er sich davontrollte.

Allerdings wagte er sich in den Tagen darauf so weit vor, dass er fotografiert und eindeutig als Wolf identifiziert werden konnte. Die Wolfsexperten vermuten, dass das Tier eineinhalb Jahre alt ist und aus dem Altengrabower Rudel in Sachsen-Anhalt zugewandert ist. Insgesamt leben derzeit etwa 160 Wölfe in Deutschland, die meisten auf Truppenübungsplätzen in Sachsen und im Südosten Brandenburgs.

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