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Nur einmal „mangelhaft“: Kinderwagen werden immer besser

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05:30 24.07.2019
Enormer Qualitätsaufschwung: Immerhin sechs von vierzehn Kinderwagen überzeugten im Test. Historisch gesehen das bisher beste Ergebnis. Quelle: dpa
Hannover

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, soll es ihm an nichts fehlen. Um von A nach B zu kommen, steht der Kinderwagen deshalb ganz oben auf der Einkaufsliste werdender Eltern. Stiftung Warentest hat insgesamt 14 Modelle verschiedener Hersteller getestet („test“ – Ausgabe 8/19) und dabei vor allem auf eines Augenmerk gelegt: die kindgerechte Gestaltung. Denn eine wirklich glorreiche Testhistorie hat der Kinderwagen, was das angeht, leider nicht: 1972 nahm die Verbraucherorganisation das erste Mal Kinderwagen unter die Lupe. Etliche der Gefährte wiesen Mängel bei der Kippsicherheit auf – „Kinder auf der Kippe“ titelte das Magazin in der damaligen Ausgabe. Zwei Jahre später gingen die Testerinnen sogar auf die Straße, um sich für mehr Qualität stark zu machen. 2009 der nächste Tiefpunkt: Zehn von 14 Modellen fielen erstmalig wegen Schadstoffen negativ auf. Doch in der Zwischenzeit hat sich etwas getan. In der aktuellen Testreihe fahren die ausgewählten Modelle historisch gute Ergebnisse ein. Sechs der 14 Exemplare werden von Stiftung Warentest sogar ausdrücklich empfohlen.

Zwei preisgünstige Modelle mit „Gut“ bewertet

Besonders erfreulich für den Verbraucher: Noch nie war ein Testsieger so erschwinglich für den Geldbeutel. 400 Euro kostet das Gewinnermodell des oberfränkischen Familienunternehmens Hauck. Der „Saturn R Duoset“ kommt mit dem Qualitätsurteil gut (2,3) durch die Prüfung– besonders herausragend wird er in den Kategorien Haltbarkeit, Sicherheit und Schadstoffe bewertet. Auch die kindgerechte Gestaltung rundum Sitzkomfort, Gurt und Liegewanne überzeugen bei der Kontrolle. In Sachen Preis-Leistung schiebt sich der „Kinderkraft“ von Moov für 260 Euro an die Spitze. Nur ein Wagen im Test ist günstiger, schneidet aber mehr als bescheiden ab.

Ersten Modelle waren reine Sitzwagen

Was in den letzten Jahrzehnten kurioserweise immer wieder moniert wurde, war die Eignung des Wagens für das Kind. Entgegen der natürlichen Liegehaltung eines Neugeborenen waren die ersten Modelle reine Sitzwagen. Nicht zuletzt deshalb wurde immer wieder Kritik am Komfort und der Gestaltung laut. Der gegenwärtige Kinderwagen-Markt hat offenbar daraus gelernt. „Inzwischen sind die Wannen größer und die Ergonomie ist besser an die Babys angepasst“, sagt Testleiter Nico Langenbeck.

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Ein Kinderwagen überschreitet Schadstoffgrenzen

Einige Verlierer gibt es dennoch. Vier der vierzehn Modelle fielen durchs Prüfraster. Davon zwei der drei Geschwisterkinderwagen. Die waren erstmalig mit drei Herstellern im Test vertreten, konnten aber allesamt nicht brillieren. Das Schlusslicht unter den Mono-Gefährten ist der „B.O. Startklar T-Light“ von Babyone, der als einziger das Qualitätsurteil „mangelhaft“ bekam. Das Modell ist zudem das einzige, das im Schadstofftest zulässige Obergrenzen überschritten hat. Allergrößtes Manko: Die Kinder wachsen aus der Liegefläche zu früh heraus – in der Regel mit fünf Monaten. Zu zeitig, um auf einen Sitz umzusteigen, da Babys erst frühestens ab dem sechsten Monat aus eigener Kraft sitzen können, schreibt das Verbraucherportal. „Werden die Wannen den Kindern zu klein, kann die Sitzfläche noch zu lang für die Oberschenkel sein“, heißt es im Testbericht. Für das Baby bedeutet das mit dem „B.O. Startklar T-Light“ bis zu vier Monate weniger Komfort.

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Bequemlichkeit sinkt bei allen Modellen mit dem Alter

Für das schnelle Wachstum der Kinder haben aber alle Hersteller noch kein rechtes Rezept. Je älter die Kleinen werden, desto mehr lässt die Bequemlichkeit zu wünschen übrig. Denn ist erst einmal der Sitz montiert, kann der nicht mehr zu einer Liegefläche umfunktioniert werden. „Doch auch größere Kids sollen rückenschonend ruhen können“, schreibt Stiftung Warentest. Bis auf eine Ausnahme hat obendrein keines der 14 Testmodelle eine mitwachsende Fußstütze, die dafür da ist, den Druck aus den Kniekehlen zu nehmen.

Von Lisa Schliep/RND

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