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Wissen Offenbar schwere Nebenwirkungen bei Arznei gegen Multiple Sklerose
Nachrichten Wissen Offenbar schwere Nebenwirkungen bei Arznei gegen Multiple Sklerose
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13:40 20.09.2009
Quelle: afp
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Mittlerweile 13 bestätigte Fälle der als PML bekannten aggressiven Virenerkrankung im Gehirn seien nach Einnahme des Medikaments beobachtet worden - rund die Hälfte davon in Deutschland, berichtet der "Spiegel". Der Direktor der Neurologischen Klinik der Ruhruniverstität Bochum, Ralf Gold, sagte dem Blatt, auch eine 40-jährige MS-Patientin in seiner Klinik sei erkrankt, ihr Zustand sei stabil. Bei anderen Patienten aber hinterlasse die Infektion schwere Schäden im Gehirn. Auch zu Todesfällen kam es demnach bereits.

Gold betonte, mit Tysabri seien große Erfolge in der MS-Therapie erzielt worden, vor allem, wenn die Krankheit einen schweren Verlauf nehme. Die Arznei hemmt Gold zufolge das Immunsystem vor allem im Gehirn - dies sei gegen die zerstörerischen Folgen von MS auch beabsichtigt. Allerdings begünstige das Medikament damit auch, "dass Viren sich vermehren". Der Hersteller Biogen gebe das Risiko einer PML-Erkrankung mit 1:1000 an, bei einer Behandlung über zwei Jahre auch mit 1:900. "Wir müssen das sehr sorgfältig beobachten, weil wir sonst nach zwei Jahren eine andere Therapie prüfen müssten", sagte Gold.

Dem "Spiegel" zufolge überprüfen die Zulassungsbehörden derzeit, ob das Risiko den Nutzen des Medikaments übersteigt. Dem "Spiegel" zufolge weigert sich Biogen, PML-Fälle zu vermelden. Gold forderte: "Wir wollen das Medikament behalten, müssen aber von neuen Fällen wissen." Sicherheit gehe vor.

afp