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Wissen „Polarstern“-Expedition belegt dramatischen Meereis-Schwund
Nachrichten Wissen „Polarstern“-Expedition belegt dramatischen Meereis-Schwund
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14:52 06.10.2011
Rund um den Nordpol gibt es immer weniger Eis. Quelle: dpa
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Bremerhaven

Bei Eisstärkenmessungen sei entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fast ausschließlich einjähriges Eis festgestellt worden, sagte der Meeresphysiker Stefan Hendricks. Nach Einschätzung seines Kollegen Rüdiger Gerdes schmilzt das Eis schneller als in den Prognosen über die Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein.

Zum dritten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte überquerte das Flaggschiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Nordpol. Auf dem Weg sei das Schiff durch so dünnes Eis wie nie zuvor gefahren, sagte Kapitän Stefan Schwarze, der schon bei den Pol-Überquerungen 1991 und 2001 dabei war. „Damals war es harte Arbeit, sich durchs Eis zu kämpfen. Jetzt konnten wir zügig fahren.“

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Bei ihren Eisdicke-Messungen fanden die Meeresphysiker des AWI überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis, wie es sich während eines arktischen Winters auf der Meeresoberfläche bildet. Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher nach Angaben von Hendricks noch größere Mengen von mehrjährigem Eis, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.

In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean laut Gerdes die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin er Expedition durch die Zentralarktis, Prof. Ursula Schauer. „Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen.“

Bei ihrer insgesamt knapp 12.000 Seemeilen (rund 21.000 Kilometer) langen Reise auf der „Polarstern“ versuchten die AWI-Wissenschaftler die Konsequenzen der Eisschmelze zu ergründen. Bis zur vollständigen Auswertung der Daten könnten aber noch Monate und Jahre vergehen, hieß es. Erste Ergebnisse zeigten aber beispielsweise ein vermehrtes Algenwachstum im atlantischen Teil der Arktis als Folge von mehr Lichtzufuhr und einem höheren Süßwasseranteil.

dpa

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