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Wissen Raumfähre Discovery unterwegs zur ISS
Nachrichten Wissen Raumfähre Discovery unterwegs zur ISS
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18:04 16.03.2009
Ein Start ohne Probleme. Quelle: Bruce Weaver/afp
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Der Shuttle hob am Sonntag um 19.43 Uhr (Ortszeit, 00.43 Uhr MEZ) vom Kennedy Space Center in Florida ab und soll sein Ziel voraussichtlich binnen zwei Tagen erreichen. Die Discovery liefert der ISS weitere Solar-Panele, um die Energieversorgung der Raumstation zu verbessern.

„Ich habe ja schon eine Menge solcher Starts gesehen... aber dieser war optisch der schönste“, schwärmte der für den Discovery-Start zuständige Mike Leinbach von der US-Raumfahrtbehörde NASA: Der Aufstieg des Shuttle im Sonnenlicht sei „einfach spektakulär“ gewesen. Die beiden Antriebsraketen hatten sich planmäßig zwei Minuten nach dem Start von der Discovery gelöst, wenige Minuten später erreichte der Shuttle in gut 225 Kilometern Höhe seine Umlaufbahn.
Ursprünglich hatte die Discovery bereits vergangenen Mittwoch abheben sollen, ein Leck in einem Wasserstoff-Außentank durchkreuzte diesen Plan jedoch. Damit wurde der Shuttle-Start seit Februar schon zum fünften Mal verschoben. Nach NASA-Angaben ist das Problem inzwischen behoben. Durch die Terminverschiebung wurde die Discovery-Mission jedoch um einen Tag verkürzt, sie dauert jetzt 13 statt 14 Tage. Die Rückkehr der Discovery zur Erde ist bei gutem Wetter für den 28. März um 13.42 Uhr (Ortszeit) am Kennedy Space Center geplant. Bei schlechtem Wetter soll der Shuttle entweder am Edwards-Stützpunkt in Kalifornien oder in White Sands in New Mexico landen.

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Die Discovery soll die vierte und letzte Lieferung von Sonnensegeln zur ISS bringen: Mit der Montage dieser noch fehlenden Panele wird die Raumstation durch eine verbesserte Energieversorgung voll funktionsfähig. Nach NASA-Angaben können dann von Mai an mit sechs Astronauten doppelt so viele Raumfahrer wie bisher an Bord der ISS leben und durch die zusätzliche Energie zusätzliche wissenschaftliche Experimente in der Schwerelosigkeit starten. Zum Zweck derartiger Experimente wurde die ISS im Jahr 1998 überhaupt aufgebaut, derzeit ist die Besatzung aber zu klein, um sowohl in Raumfähre in Schuss zu halten als auch weitere wissenschaftliche Arbeiten zu unternehmen.

Zur Montage der je 35 Meter langen Panele mit 32.800 Solarzellen sind vier Ausstiege eines Astronauten-Duos zu Außenarbeiten geplant. Die Dauer jedes der Einsätze wird der NASA zufolge auf mehr als sechs Stunden geschätzt. Wenn die Panele planmäßig funktionieren, steigern sie die der ISS zur Verfügung stehende Energie von bislang 90 auf 120 Kilowatt. 120 Kilowatt entsprechen dem Energieverbrauch von 50 Häusern.

An Bord der Discovery sind sieben Astronauten, darunter auch der japanische Raumfahrer Koichi Wakata. Er löst die US-Astronautin Sandra Magnus auf der ISS ab und wird das erste japanische Crew-Mitglied auf der Internationalen Raumstation sein.

afp