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Wissen „Rosetta“ fliegt wie geplant an Asteroid vorbei
Nachrichten Wissen „Rosetta“ fliegt wie geplant an Asteroid vorbei
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22:04 10.07.2010
Das Foto des OSIRIS Imaging Teams zeigt den Asteroiden Lutetia, an dem der europäische Kometenjäger «Rosetta» am späten Sonnabendnachmittag wie geplant knapp vorbeigerast ist. Quelle: dpa
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Bilderbuchflug für den Kometenjäger „Rosetta“: Die europäische Raumsonde ist am Sonnabend wie geplant knapp am Asteroiden Lutetia vorbeigerast. Rund 450 Millionen Kilometer von der Erde entfernt passierte die Sonde der Europäischen Raumfahrtagentur ESA den kosmischen Felsbrocken in nur etwa 3600 Kilometern Abstand, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Abend mitteilte. Das ESA-Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt empfing noch am Abend die ersten Bilder vom Vorbeiflug an dem Asteroiden.

„Alles hat perfekt geklappt, besser konnte es nicht laufen“, freute sich Paolo Ferri, Leiter für planetare Missionen im ESOC. Die drei Tonnen schwere „Rosetta“ hatte sich Lutetia mit einer Geschwindigkeit von 54.000 Kilometern pro Stunde genähert und hatte bereits aus 80.000 Kilometern Distanz beeindruckende Bilder geschossen.

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Weil der Asteroid nur einen Durchmesser von rund 100 Kilometern hat, gehen die Astronomen davon aus, dass er bislang nur selten mit anderen Himmelskörpern zusammengestoßen und weitgehend unverändert ist. Die Bilder und Daten vom Vorbeiflug sollen Erkenntnisse über die Anfänge des Sonnensystems vor mehr als vier Milliarden Jahren liefern.

Vor knapp zwei Jahren war „Rosetta“ bereits am Asteroiden Steins vorbeigeflogen. Das nächste und endgültige Ziel der Sonde ist der Komet Tschurjumow-Gerasimenko, den sie nach Plan am 10. November 2014 erreichen soll. „Wir haben jetzt ein technisch anspruchsvolles Jahr vor uns“, berichtete Ferri.

Nach einer geplanten Kurs- und Geschwindigkeitskorrektur Anfang 2011 soll die Sonde später für zweieinhalb Jahre komplett abgeschaltet werden, um Strom zu sparen. „Ende 2013, Anfang 2014 wecken wir sie Stück für Stück wieder auf und bereiten sie für die Ankunft am Kometen vor“, erläuterte Ferri. Nach ihrer 7,1 Milliarden Kilometer langen Reise soll „Rosetta“ auf dem Kometen Tschurjumow- Gerasimenko in einer spektakulären Mission ein Landemodul absetzen.

dpa