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Wissen Rotes Kreuz stoppt Ebola-Einsatz in Guinea
Nachrichten Wissen Rotes Kreuz stoppt Ebola-Einsatz in Guinea
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09:59 03.07.2014
Foto: In Westafrika wurden bislang 544 Ebola-Fälle bestätigt. Von den Infizierten starben nach WHO-Informationen 467 Menschen.
In Westafrika wurden bislang 544 Ebola-Fälle bestätigt. Von den Infizierten starben nach WHO-Informationen 467 Menschen. Quelle: rtr
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Angesichts der bedrohlichen Ausbreitung der Ebola-Epidemie in Westafrika sind Gesundheitsminister aus der Region und Experten aus aller Welt zu Beratungen über den Kampf gegen das Virus zusammengekommen. Während der zweitägigen Konferenz in Ghanas Hauptstadt Accra wollen die Teilnehmer einen Aktionsplan beschließen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die zu der Konferenz eingeladen hatte, sprach von einem "entscheidenden" Treffen. "Es handelt sich um die größte Epidemie bezogen auf die Zahl der Infizierten und Verstorbenen und auf die geographische Ausbreitung", erklärte die WHO zum Auftakt der Konferenz am Mittwoch. "Die bei diesem Treffen gefällten Beschlüsse werden entscheidend für den aktuellen und zukünftigen Kampf (gegen Ebola) sein."

Immer wieder Zwischenfälle

Erst am Dienstag hatte die WHO neue Opferzahlen vorgelegt: In Guinea, Liberia und Sierra Leone seien bislang 759 Fälle von hämorrhagischem Fieber verzeichnet worden, darunter 544 bestätige Ebola-Fälle. Von den Infizierten seien 467 Menschen gestorben. Der WHO-Vize-Generaldirektor für Gesundheitsschutz, Keiji Fukuda, sagte, die Epidemie könne unter Kontrolle gebracht werden. "Diese Art Ausbrüche, diese Krankheiten können gestoppt werden", sagte er der Nachrichtenagentur AFP in Accra. "Das ist keine einmalige Situation", sagte er. "Daher bin ich zuversichtlich, dass wir es hinbekommen." Allerdings handele es sich um die bislang komplizierteste Ebola-Epidemie, räumte Fukuda ein. "Denn sie breitet sich sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gegenden schnell aus."

Dazu kommt es immer wieder zu Zwischenfällen: Mehrfach wurden Mitarbeiter von Hilfsorganisationen angegriffen. Ihnen wird vorgeworfen, das tödliche Virus nach Guinea gebracht zu haben. Am Mittwoch reagierte das Rote Kreuz und stoppte seinen Hilfseinsatz zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie nach Drohungen gegen seine Mitarbeiter vorübergehend. Mit Messern bewaffnete Einheimische hätten Helfer in einem markierten Rot-Kreuz-Fahrzeug bedroht, sagte am Mittwoch ein Vertreter der Hilfsorganisation in Westafrika, der anonym bleiben wollte. "Wir haben den Einsatz aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht das letzte Mal war, dass so etwas passiert."

Rasanter Anstieg

Als erster Staat in Westafrika hatte Guinea zu Jahresbeginn den Ausbruch der Krankheit gemeldet, das Land ist am stärksten betroffen. Neben Guinea, Sierra Leone und Liberia waren auch Gambia, Guinea-Bissau, Ghana, Mali, die Elfenbeinküste und der Senegal zur Konferenz in Accra geladen. Hinzu kamen Uganda und die Demokratische Republik Kongo, die bereits Erfahrungen mit dem Ebola-Virus haben. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Ghana sagte, sein Land sei bisher verschont geblieben. "Aber wir können es nicht zulassen, dass das Virus nach Ghana kommt, und wir müssen dafür sorgen, dass es sich in Westafrika nicht weiter ausbreitet."

In den vergangenen Wochen hatte es einen rasanten Anstieg der Infektionen gegeben - laut dem WHO-Experten Pierre Formenty eine "zweite Welle" der Epidemie. Dies sei auf ein Nachlassen der Bemühungen der drei betroffenen Länder zurückzuführen, das Virus zu stoppen. Liberias Vize-Gesundheitsministerin Bernice Dahn sagte, oft fehle es am nötigen Bewusstsein. Die Dorfvorsteher müssten sensibilisiert werden, da die Menschen ihnen mehr vertrauten als den Gesundheitsdiensten, sagte sie der AFP. "Viele glauben nicht mal, dass es Ebola gibt."

Der Präsident von Sierra Leone, Ernest Koroma, warnte am Mittwoch in einer Fernsehansprache, wer ein Ebola-Opfer zu Hause pflege, ohne dies den Behörden zu melden, verstoße gegen das Gesetz. In Westafrika mangelt es an Erfahrungen mit dem Ebola-Virus: Es ist das erste Mal, dass sich der 1976 im damaligen Zaire entdeckte Erreger in der Region ausbreitet.

Bei der Krankheit leiden die Infizierten an plötzlichem hohen Fieber, Durchfall und starken Schmerzen. In schweren Fällen kommt es zu Blutungen und sogar Organversagen. Oft verläuft die Krankheit tödlich.

afp/rtr/zys

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