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Satellitenbilder beweisen: Riesiger Algenteppich reicht von Afrika bis Mexiko

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07:03 05.07.2019
Algen bedecken das Meer am Strand der Florida Keys. US-Forscher haben im Atlantik den weltweit größten Algenteppich vermessen. Quelle: Brian Lapointe/Florida Atlantic/dpa
St. Petersburg/Florida

Das Team der University of South Florida führt die Algenplage auf die Zunahme der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und des Gebrauchs von Düngemitteln zurück. Das wiederkehrende Blühen der umweltschädlichen und übelriechenden Braunalgen könnte zur Normalität werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.

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An den Stränden beliebter Urlaubsziele in Mexiko und an anderen Orten im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko sammelten sich zuletzt immer mehr der sogenannten Golftange (Sargassum). Sie schaden nicht nur der Tourismusbranche, sondern gefährden auch das Ökosystem. Der karibische Inselstaat Barbados rief deswegen im vergangenen Jahr einen Notstand aus.

Die Grafik zeigt die Verbreitung von Golftangen (Sargassum) im Golf von Mexiko und im Atlantik im Juli von 2011 bis 2018. Quelle: University of South Florida/dpa

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„Die chemische Zusammensetzung des Meeres muss sich verändert haben, damit das Blühen derart außer Kontrolle gerät“, wird Studienleiter Chuanmin Hu in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Der Algenteppich wog demnach insgesamt mehr als 20 Millionen Tonnen.

Explosionsartige Ausbreitung

Ungleichmäßig auf offener See verteilt, tragen die Algen den Angaben zufolge gewöhnlich zur Gesundheit des Meeres bei, indem sie Tieren Lebensraum bieten und durch Photosynthese Sauerstoff freisetzen. Bei größerer Anhäufung gefährden sie aber manche Meerestiere sowie Korallen. Wenn die Pflanzen an Strände gespült werden und sich zersetzen, geben sie Schwefelwasserstoff mit dem typischen Geruch nach faulen Eiern frei.

Seit dem Jahr 2011 breiteten sich die Golftange den Forschern zufolge explosionsartig aus – auch an Orten, an denen sie zuvor nicht vorkamen. Ihre Nährstoffe beziehen die Braunalgen demnach zum einen im Winter vom sogenannten Auftrieb – dem Aufstieg von tief liegenden Wasserschichten – vor der westafrikanischen Küste. Zum anderen kommen die Nährstoffe im Frühling und Sommer von der Amazonasmündung. Sie könnten durch Abholzung und Düngemittel zuletzt zugenommen haben, hieß es. Dieser Verdacht beruht allerdings auf begrenzten, bislang unbestätigten Daten.

Zweite Plage nach der „Red Tide“

Doch nicht nur die Golftange bereiten den Anrainern des Golfs von Mexiko Probleme. Auch die sogenannte Red Tide, die „rote Flut“. Sie wird durch eine Alge namens Karenia brevi ausgelöst. Im Sommer 2018 sorgte eine massive Plage an den Stränden von Floridas Golfküste für den kompletten Ausfall der Sommersaison. Die Red Tide ist nicht nur giftig, Sterben die Algen ab, werden sie von Mikroben verzehrt. Die wiederum verbrauchen so viel Sauerstoff, dass rund um die Teppiche toter Algen alle Meerestiere ersticken – es entstehen echte Todeszonen. Deren durch verwesenden Fisch hervorgerufene Gestank vertreibt im Zweifel die allerletzten Gäste von den Stränden.

Von RND/dpa/dk