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Wissen Setzen bitte!
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14:37 24.09.2010
Von Ronald Meyer-Arlt
Na, haben wir denn auch gut gelernt? Sitzen die Vokabeln, Formeln, Jahreszahlen? Sicher nicht alle. Aber etwas muss doch hängengeblieben sein von den Dingen, die man in der Schule einst gelernt hat. Wie steht es mit Ihrem Allgemein- oder Wer-wird-Millionär-Wissen? HAZ-Kulturredakteur Ronald Meyer-Arlt prüft, ob Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Quelle: HAZ
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Wie war das doch gleich? Ottonen, Salier, Staufer – aber wann genau wechselte die Herrschaft? Und warum? Und wann war der Investiturstreit? (Antwort unten, siehe: a) Und überhaupt: Wann wurde eigentlich Kapstadt gegründet (b)? Was ist das Gegenteil von Oxidation (c)? Welche Ordnungszahl hat Quecksilber (d)? Was bedeutet die Formel F = ma (e)? Wozu braucht man binomische Formeln (f)? Wie lauten sie eigentlich (g)? Und wie hießen doch gleich die wichtigsten Vertreter des Jugendstils (h)?

Alles mal gewusst und fast alles nicht mehr da?

Na hoffentlich nicht.

Denn dann wären die Entbehrungen der langen Schulzeit ja so gut wie umsonst gewesen. Die langen, manchmal auch langweiligen Schuljahre für nichts? All das Lernen, Büffeln, Pauken vergebens – das kann ja wohl nicht sein.

Muss auch nicht: Man kann schließlich etwas gegen das Vergessen tun. Das menschliche Gehirn ist kein Computer, der etwas stur auf seiner Festplatte speichert, bis sie voll ist. Dazu ist es viel zu kompliziert. Das Gehirn ist eher wie ein Muskel – wenn er nicht trainiert wird, bildet er sich zurück. Deshalb versinkt altes Wissen manchmal im Nebel. Es wird von neuem Wissen überwölbt. Da hat man Kurzbefehle im Kopf, Mailadressen, Namen von Stars und von Musiktiteln. Filme, die man gern mal wiedersehen möchte. Und auch solche, die man nicht mehr wiedersehen möchte.

Aber der Nebel kann sich lichten – wenn man sich nur ein bisschen Training gönnt. Das Gehirn braucht vielfältige Nahrung. Es ernährt sich auch von Problemen. Unser Gehirn ist ein Problemlösungsapparat. Je mehr Probleme man ihm stellt, umso mehr löst er. Und je eher man damit beginnt, umso besser.

Darum heißt es jetzt: Hausaufgaben!

Hausaufgaben? Was haben wir sie früher gehasst, und was werden sie heute noch gehasst. Hausaufgaben. Wenig andere Wörter sind so mit dem Gefühl von Langeweile, Ödnis, Zwang und Traurigkeit verbunden. Bei strahlendem Wetter müssen die Kinder in stickigen Stuben hocken und sich mit dem diploiden oder haploiden Chromosomensatz herumschlagen. Oder dem Massenwirkungsgesetz. Oder darüber nachdenken, in welchem Land Luanda liegt (i). Oder Doha (j). Oder Melekeok (k) oder Bujumbura (l).

Aber es hat ja alles seinen Sinn. Lernen heißt wiederholen. Ob im Sport, beim Spiel eines Musikinstruments oder bei der Aneignung von Wissen, das man fürs Leben braucht: man muss es alles mehrfach tun. Nur Wiederholung trainiert das Gehirn. Oder, wie man früher sagte, Übung macht den Meister.

Also: Bitte die Hefte auf den Tisch, den Bleistift gespitzt, den Füller gefüllt und Wikipedia vom Netz genommen: Los geht’s mit den Hausaufgaben – am 25. September in der HAZ-Wochenendbeilage „der 7.tag“.

Zu gewinnen gibt’s übrigens nichts. Und doch sehr viel.

Antworten:

a = 1076–1122, b = 1652, c = Reduktion, d = 80, e = Zweites Newton’sche Gesetz: Kraft gleich Masse mal Beschleunigung, f = Sie erleichtern das Multiplizieren von Klammerausdrücken, g = (a+b)² = a² + 2 · a · b + b² erste Binomische Formel, (a–b)² = a² – 2 · a · b + b² zweite Binomische Formel (a+b) · (a–b) = a² – b² dritte Binomische Formel, h = Gustav Klimt, Alfons Mucha, i = Angola, j = Katar, k = Palau, l = Burundi