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Wissen Sibirischer Marderhund breitet sich in Niedersachsen aus
Nachrichten Wissen Sibirischer Marderhund breitet sich in Niedersachsen aus
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09:57 08.11.2009
Ein ausgestopftes Exemplar des sibirischen Maderhundes. Quelle: lni
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Der Marderhund ist inzwischen in vielen Teilen Niedersachsens nachts auf Beutezug. Die Zahl der ursprünglich aus Sibirien stammenden hundeähnlichen Beutegreifer sei in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, berichtet Stephan Johanshon von der Landesjägerschaft. Nach einer im aktuellen Landesjagdbericht veröffentlichten Erhebung wurden 2008 in Niedersachsen 957 Marderhunde geschossen, etwa 40 Prozent mehr als 2007.

Die natürlichen Verbreitungsgebiete des auch Enok genannten Marderhundes sind Südost-Sibirien, China, Nordvietnam und Korea. Dass er heute in ständig wachsender Zahl auch in Deutschland vorkommt, liegt an Auswilderungsaktionen Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Russland. Seither dringt der Allesfresser, der feuchte, unterholzreiche Laub- und Mischwälder als Lebensraum bevorzugt, immer weiter nach Westen vor.

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In Niedersachsen wurden die ersten Marderhunde vor gut zehn Jahren gesichtet. Seither werden Jahr für Jahr mehr Tiere von Jägern erlegt. Die meisten Marderhunde wurden 2008 in den Kreisen Lüchow-Dannenberg (182), Lüneburg (167), Uelzen (108) und Soltau-Fallingbostel (102) geschossen. Auch in der Region Hannover (57 Abschüsse) sowie den Kreisen Celle (66), Harburg (42) und Gifhorn (89) gab es nennenswerte Strecken. Selbst in mehreren Landkreisen im Nordwesten Niedersachsens werden inzwischen regelmäßig Marderhunde erlegt.

Dabei werde bisher noch nicht gezielt Jagd auf die Beutegreifer gemacht, sagte Johanshon. Sie liefen den Jägern eher zufällig bei Treib- oder Drückjagden auf andere Tiere mit vor die Flinte. Wie viele Marderhunde mittlerweile in Niedersachsen leben, lasse sich nur schwer schätzen. Denn die Tiere sind nachtaktiv und Menschen gegenüber sehr scheu. Man müsse aber davon ausgehen, dass die Zahl der lebenden Marderhunde „um ein Vielfaches höher“ sei als die der erlegten Tiere.

Jäger sehen in der Ausbreitung des Marderhundes ein wachsendes Problem, sagte Johanshon. Die Tiere fräßen nämlich alles, was in ihre Reichweite komme, auch Vogelgelege oder Küken. Für bedrohte Arten wie das Rebhuhn oder die Wachtel sei dies nicht unproblematisch. Da Marderhunde außer dem Menschen keine Feinde haben, rechnen Experten mit einer weiteren starken Ausbreitung und Vermehrung.

lni