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Wissen Soja, Mandel oder Hafer: Pflanzenmilch im Test
Nachrichten Wissen Soja, Mandel oder Hafer: Pflanzenmilch im Test
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13:42 01.03.2019
Eine klare Empfehlung von „Öko-Test“: Hafermilch. Quelle: Fotolia
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Hannover

Produkttester von „Öko-Test“ haben sich dem Thema Pflanzenmilch angenommen und 18 Pflanzendrinks – 14 davon sind Bio-Produkte – getestet. Neun Hafer-, sechs Soja und drei Mandeldrinks sind im Labor auf Schadstoffe untersucht worden. Getestet wurden unter anderem Produkte der Marken Alnatura, Oatly, Kölln und der Bio-Eigenmarken von Rewe, dm und Lidl. Das Ergebnis: Mehrfach wurde die Note „sehr gut“ vergeben, ein bekanntes und beliebtes Produkt fiel aber mit der Note „mangelhaft“ durch.

Hafermilch: Kurze Transportwege und flockt nicht

Alle neun Haferdrinks, die getestet wurden, können die Produkttester empfehlen. Der Hafer, der verarbeitet wurde, stammte meist aus heimischen Gebieten – die Transportwege seien also recht kurz, so die Experten. Auch hätte Hafer kein Problem mit Gentechnik, Glyphosat oder bedenklichen Schwermetallen, da er meist umweltschonend angebaut werde. Fast immer wurde der Haferdrink in Bio-Qualität angeboten und war daher wie beispielsweise die Bio-Hafermilch von Aldi Süd frei von Pestiziden und chemischen Rückständen. Die Hafermilch-Produkte flocken – im Gegensatz zu Soja- und Mandelmilch – in Verbindung mit heißem Kaffee auch nicht. Das Urteil der „Öko-Test“-Experten bei den meisten getesteten Sorten „sehr gut“. Der Allos Hafer Drink Naturell für 1,99 Euro und der Alnatura Hafer Drink für 1,19 Euro schnitten am besten ab.

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Sojamilch: Belastet mit Nickel und gentechnisch verändert

In drei der sechs Sojadrinks wies das Testlabor Spuren von gentechnisch veränderter Soja-DNA nach. Auch Nickel, das die Pflanzen aus dem Boden und der Luft aufnehmen, wurde im Labor gefunden, Phosphate und künstliche Aromen ebenfalls. Laut „Öko-Test“-Experten fand sich ein hoher Nickelgehalt in zwei der getesteten Sojadrinks: in der Sojamilch von Alpro und Lidl. Die Noten hier „mangelhaft“. Der Sojadrink von Alpro Soya Original + Calcium enthielt Nickel, gentechnisch verändertes Soja, Phosphate und zugesetzte Aromen und Vitamine. Das Urteil : „mangelhaft“. Auch im Test durchgefallen: Der Edeka Bio Sojadrink. Hier entdeckte das Labor Nickel und gentechnisch veränderte Soja-DNA. Einzig allein das Soja-Getränk von einem kleinen Bio-Hersteller erhielt die Note „sehr gut“.

Informationen zur Soja-Produktion: Die Produktion von Soja ist problematisch, wenn sie rein industriell erfolgt. Dann geht der Anbau auf Kosten des Regenwandels. Die EU importiert rund 35 Millionen Tonnen Soja pro Jahr – über die Hälfte davon aus Brasilien. Meist handelt sich um gentechnisch veränderte Monokulturen, die durch den Einsatz von Pestiziden vor Schädlingen geschützt werden. Wenn das Soja allerdings aus reinem biologischem Anbau und nicht aus Übersee kommt und kein Urwald dafür gerodet wird, kann Sojamilch eine tierfreundliche und umweltfreundlichere Alternative zu Kuhmilch darstellen.

Mandelmilch: Auf die Herkunft der Mandeln kommt es an

Die getesteten Mandelmilch-Produkte schnitten durchwachsen ab. Die Mandelmilch von Aldi Nord wurde besser bewertet als der Biodrink von dm. Die Mandelmilch von Alpro Provamel schnitt – frei von Pestiziden und anderen bedenklichen Stoffen – mit „sehr gut“ ab.

Problematischer Mandel-Anbau: 80 Prozent der verarbeiteten Mandeln kommen aus Kalifornien. Dort herrschen ebenfalls riesige Monokulturen vor, die für die ursprüngliche Flora und Fauna keinen Platz lassen. Da es in Kalifornien sehr heiß ist, brauchen die Mandelbäume viel Wasser. Auch hier gilt: Abhängig sind die Umweltauswirkungen vor allem von der Art und Weise, wie die Pflanzen angebaut und verarbeitet werden. Viele Mandelmilch-Hersteller aus Europa beziehen ihre Mandeln auch aus dem Süden Europas. Der Wasserverbrauch ist dann geringer als in Kalifornien, aber immer noch sehr hoch.

Von RND