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Nachrichten Wissen Sorbische Ostereier: Die besten Techniken zur Bemalung
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15:59 15.04.2019
Für Anfänger und Fortgeschrittene: Ostereier können mit verschiedenen Techniken nach sorbischer Art bemalt werden. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB
Hannover

Eier bemalen gehört zu Ostern einfach dazu. Erwachsene können zusammen mit ihren Kindern ihrer Kreativität freien Lauf lassen – oder mal etwas neues probieren. Wie wäre es beispielsweise mit sorbischen Ostereiern? Die Sorben pflegen traditionell den Brauch, Ostereier mit schicken Motiven zu bemalen. Obwohl manche Techniken ganz schön knifflig sein können, können auch Anfänger mit einfacheren Varianten ihre Ostereier nach sorbischer Art verzieren. Das Tourismusportal Spreewald Info erklärt die beliebtesten Techniken auf seiner Homepage.

Tipps zur Vorbereitung von Feder, Farbe und Muster

Grundsätzlich können weiße, braune oder sogar zuvor gefärbte Eier verwendet werden. Bei weißen Eiern sieht man die Motive am besten, betont Spreewald Info. Als Federn werden Tauben-, Gänse oder Hühnerfedern empfohlen, da diese sehr stabil sind. Taubenfedern verbrennen im Gegensatz zu Gänsefedern nicht so leicht und sind daher für diejenigen geeignet, die mit Federn die Muster auf das Ei tupfen möchten. Die Feder sollten dabei – bis auf die Spitze – von den kleinen Federchen rechts und links neben dem Kiel befreit werden. Aus der Spitze kann man mit einer Schere oder einem Skalpell das gewünschte Muster schneiden. Dreiecke, Rauten, Rhomben, Pfeile und Punkte sind als Muster beliebt.

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So färbt man Ostereier richtig

Die Farbe kommt am besten mit warmen Wasser und Essig in die Becher. Dafür eignet sich warme Farbe besser, da kalte Farbe nicht so gut färbt, heißt es bei Spreewald Info. Wer ein kräftig gefärbtes Osterei haben möchte, sollte umso mehr Farbe im Wasserbad auflösen.

Anfängerfreundlich: Die einfarbige Wachstechnik

Für Anfänger ist diese Wachsmaltechnik gut geeignet. Der große Vorteil dieser einfarbigen Technik ist, dass man alle Muster und Symbole in einem Durchgang auftragen kann, ohne dafür das Ei zwischendurch färben zu müssen. Das Ei bekommt erst am Ende ein Farbbad, wenn es bereits mit Ornamenten verziert ist. Für diese Technik braucht man folgende Materialien:

eine große, halbierte Kartoffel oder ein Glas mit Sand

eine Kerze und ein alter Löffel

gekochte weiße Eier

Bienen- oder Kerzenwachs

Stecknadel mit Kunststoffkopf

Holzstäbchen oder Bleistift

eine Ostereierfarbe und ein Färbebecher

kräftige Federn mit geschnittenen Mustern

Zellstoff

So geht’s: Die Kartoffeln mit der glatten Seite auf den Tisch stellen. Löffel um 90 Grad nach außen biegen und Stiel in die Kartoffel (oder in den Sand) stecken. Anschließend den Wachs in den Löffel geben und mit einer Kerze unter dem Löffel erhitzen. Die Stecknadel steckt man dann in das hintere Ende des Bleistiftes.

Nun kann das Muster aufgetragen werden: Stecknadel-Kopf in das heiße Wachs tauchen und die gewünschten Muster (beispielsweise Punkte oder Dreiecke) auf das Ei bringen. Dabei ist Vorsicht geraten, weil das Wachs auf der Schale sofort fest wird. Sprich: Wo Wachs ist, kann keine Farbe mehr aufgetragen werden. Wenn das Ei fertig verziert ist, bedeckt man es vollständig mit der vorbereiteten Farbe. Das Ei zum Trocknen auf ein Zellstoff legen. Anschließend das Ei an einer Flamme langsam drehen und das Wachs mit einem Zellstoff abwischen.

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Farbenfrohe Ostereier mit der Wachsreserve- oder Batiktechnik

Die mehrfarbige Wachstechnik ist recht kompliziert und daher eher für Fortgeschrittene zu empfehlen. Denn hier werden in mehreren Durchgängen verschiedene Muster und Farben aufgetragen, indem das Ei immer wieder verziert, in Farbbädern getaucht und getrocknet wird. Bis auf eine Ausnahmen benötigt man die gleichen Materialien wie bei der einfarbigen Variante: Man braucht lediglich mehrere Ostereierfarben und Becher.

So geht’s: Bis zum Verzieren genauso vorgehen, wie bei der einfarbigen Wachstechnik. Beim ersten Eintauchen muss das Ei in die hellste Farbe getaucht werden. Das Ei trocknen lassen und danach die Schale mit weiteren Mustern betupfen, bevor es in die nächst dunklere Farbe gelegt wird. Dies kann man solange wiederholen, bis die gewünschte Anzahl an Mustern und Farben erreicht ist. Sobald es fertig verziert ist, kann das Ei wie bei der einfarbigen Technik vom Wachs befreit werden.

Mit der Bossiertechnik Ostereier ganz einfach bemalen

Die einfachste Variante, Ostereier nach sorbischer Art zu verzieren, ist die Bossiertechnik. Dabei wird das Wachs in verschiedenen Farben auf das Ei getupft. Diese Technik ist besonders anfängerfreundlich, weil die Muster sofort auf der Schale bleiben und die Eier weder eingefärbt, noch vom Wachs befreit werden müssen. Für die Bossiertechnik braucht man weitestgehend die gleichen Materialien wie bei der ein- und mehrfarbigen Wachstechnik. Jedoch werden mehrere alte Löffel und Buntwachsstifte mit Bienenwachs benötigt, dafür aber keine Ostereierfarbe.

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So geht’s: Löffel kurz hinter dem Mundstück nach außen biegen – sie dienen als Schale für das Wachs. Anschließend steckt man sie in das Sandglas oder in je eine halbe Kartoffel (mit der glatten Seite auf den Tisch stellen). Stecknadel in das hintere Ende des Bleistiftes stecken und damit Muster auf das Ei tupfen.

Sorbische Eier für Fortgeschrittene: Die Kratztechnik

Für die Kratztechnik ist Geduld und Geschick gefragt. Die Muster werden bei dieser Variante in das bereits gefärbte Ei gekratzt. Das kann allerdings satte vier bis fünf Stunden dauern. Dafür braucht man:

gekochte oder ausgeblasene Eier

Farbbecher

Kräftige Farbe (beispielsweise Stoff-, Batik- oder Textilfarbe für 90 Grad)

Spitzes Messer (oder Cuttermesser, Dreikantfeile, Skalpell, Gravierstift)

Serviette zum Halten

Speck oder Öl

Bleistift

So geht’s: Eier zunächst in Farbe tauchen und anschließend trocknen lassen. Mit einem Bleistift dünne Hilfslinien für die Muster zeichnen. Nun die gewünschten Motive vorsichtig ins Ei kratzen. Das Ei dabei mit einer Serviette halten. Zum Schluss das Ei mit Speck oder Öl einreiben, damit es glänzt.

Von RND/bk

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