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20:47 23.10.2013
Sinn für Mathe steckt in den Genen – was aber nicht gegen Fleiß in der Schule spricht. Quelle: dpa
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Mathematik fällt nun einmal nicht jedem leicht. So kommt es, dass ein Bischofssitz plötzlich 31 Millionen Euro kostet und nicht fünf Millionen. Und so kommt es, dass am Mittwoch auf der ersten Seite der HAZ, das Machtgefüge im Bundestag leicht verschleiert wurde: Wenn die Große Koalition im Bundestag über 80 Prozent der Sitze verfügt, dann sitzen sich Regierungsfraktionen und Oppositionelle wohl kaum im Verhältnis von 5:1 gegenüber.

Das war ein Zahn zu viel. Der Wunsch nach einer Gegendarstellung blieb leise – und so könnte man mit den bekannten Schul-Ausreden zum Tagesgeschäft übergehen, wenn nicht ausgerechnet am Mittwoch die Ausrede aller Ausreden ein wissenschaftliches Gewicht bekommen hätte: Die Fähigkeit zur Mathematik ist tatsächlich eine Frage der Genetik.

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Neurowissenschaftler von der amerikanischen Duke University haben Babys beobachtet und ihre Entwicklung dokumentiert. Das Ergebnis: „Vom intuitiven, vorsprachlichen Zahlensinn der Babys lässt sich auf deren mathematische Fähigkeiten im Kindergartenalter schließen.“ Na also: Mathematik wird uns in die Wiege gelegt. Oder eben nicht.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher über eine moderne Auslegung der Mengenlehre. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass Schüler, die gut Mengen abschätzen können, auch besser in Mathematik sind. Anhand von 48 Babys im Alter von sechs Monaten haben die  Neurowissenschaftler nun nachgewiesen: Der Bezug zu den Mengen ist nicht erlernt, sondern angeboren.

Weil Forscher nun einmal gründlich und ehrlich sind, sprechen sie von einem „ersten Beleg“ für die Vererbung von Rechenbegabung. Bis zum vollständigen Beweis empfiehlt es sich für Schüler, weiter dem Rat ihres Mathematiklehrers zu folgen: Mit Fleiß lässt sich manches (angeborene) Defizit ausbügeln.