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Nachrichten Wissen Topangebote bei Privatrenten eher selten
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12:17 23.11.2009
Eine zusätzliche Privatrente macht den Ruhestand angenehmer. Quelle: ddp
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Dies zeigt der aktuelle Vergleich der Stiftung Warentest, abgedruckt in „Finanztest“ (Heft 12/2009). Die Verbraucherschützer haben 47 Angebote untersucht und viel Mittelmaß festgestellt.

Private Rentenversicherungen eignen sich laut Stiftung Warentest als Altersvorsorge „für bequeme Sparer mit ordentlich Geld“. Besonders Selbstständigen und Angestellten, die kein gutes Angebot für eine Betriebsrente bekommen, empfehlen die Experten, einen Abschluss zu prüfen. Man zahlt meist mehrere Jahrzehnte lang einen Monatsbeitrag aus seinem Einkommen und erhält dafür später eine monatliche Rentenzahlung, die je nach Anlageerfolg und Kosten des Versicherers unterschiedlich hoch ist.

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Im Modellfall zahlt eine 37-jährige Frau dreißig Jahre lang 1200 Euro jährlich ein. Der beste Anbieter garantiert dafür ab 67 Jahren eine lebenslange Rente von 189 Euro im Monat. Im schlechtesten Fall gibt es nur 164 Euro. Dazu können Überschussbeteiligungen kommen, die aber nicht garantiert sind. Bei gleichaltrigen Männern zahlen die Versicherer wegen der geringeren Lebenserwartung mehr. Die garantierte Rente liegt hier je nach Anbieter zwischen 179 Euro und 206 Euro pro Monat.

Bei den besten Versicherern hat der Kunde im Alter also schon nach vier Jahren gut 1200 Euro mehr Rente ausgezahlt bekommen als bei den schlechtesten Angeboten. Die Testsieger Asstel und Debeka schneiden im Vergleich durchweg überdurchschnittlich ab. Asstel punktet laut „Finanztest“ besonders beim Anlageerfolg und bei der Rentenzusage. Bei Debeka gefällt den Testern die Transparenz und Flexibilität der Angebote. Weitere acht Tarife bei den Frauen und sieben bei den Männern schafften die Note gut, darunter Hannoversche Leben, Interrisk, Europa, WGV, Alte Leipziger und Cosmos Direkt. Eine private Rentenversicherung lohnt sich nach Berechnungen der Stiftung Warentest allerdings erst, wenn die Versicherten älter als 90 Jahre werden. Wer früher sterbe, lege letztlich drauf, warnen die Experten. Die garantierte Mindestverzinsung der eingezahlten Beiträge liege bei bestenfalls 2 Prozent.

Jedoch kann sich der Kunde – anders als bei der staatlich massiv geförderten Riester- und Rürup-Rente – das Angesparte zu Rentenbeginn komplett auszahlen lassen und hat sein Geld dann auf einen Schlag zur Verfügung. Bei der Rürup-Rente ist das gar nicht möglich, bei Riester-Verträgen gibt es nur 30 Prozent vorzeitig bar aufs Konto.

Die Stiftung Warentest warnt, sich beim Abschluss einer Police finanziell nicht zu überfordern. Denn wenn der Vertrag später wegen Geldknappheit gekündigt werden müsste, lohne sich das Geschäft nur für den Versicherer. Das gelte auch, wenn der Beitrag später verringert oder ausgesetzt werde. Die Experten empfehlen daher, sich vor Vertragsabschluss eine Rückkauftabelle vorlegen zu lassen. Damit kann der Kunde erkennen, welche Kosten der Versicherer in den ersten Jahren für sich von den Beiträgen abzweigt.

von Thomas Wüpper