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Wissen Valentinstag 2010: Von Blumen bis Eifersucht 2.0
Nachrichten Wissen Valentinstag 2010: Von Blumen bis Eifersucht 2.0
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10:39 11.02.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Was man zum Valentinstag 2010 wissen oder auch vermeiden muss - vom historischen Hintergrund bis zum modernen Phänomen der verstärkten Eifersucht im Web 2.0:

Wer war noch mal dieser Valentin?

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Er war kein Blumenverkäufer, auch wenn manche glauben, dass der Valentinstag eine Erfindung von Floristen ist. Er war ein christlicher Märtyrer im dritten Jahrhundert. Bischof Valentin von Terni soll heimlich Liebespaare getraut und ihnen Blumen geschenkt haben, obwohl der römische Kaiser das damals verboten hatte. Am 14. Februar 269 wurde er deshalb hingerichtet. Später wurde er zum Schutzheiligen der Verliebten erklärt.

Hat der Valentinstag eine lange Tradition?

Schon im Mittelalter war der 14. Februar ein Festtag für frisch Verliebte. In der Neuzeit wurde er vor allem in Großbritannien und den USA zu einem Tag, an dem Millionen Grußkarten und Blumen oder aber Süßigkeiten verschenkt werden. In Deutschland setzte sich der Brauch erst allmählich nach dem Zweiten Weltkrieg - in der ehemaligen DDR erst in den 90er Jahren - durch und wird noch immer von großen Teilen der Bevölkerung skeptisch als Geldmacherei und importiertes Fest betrachtet - sozusagen als Halloween des Februars.

Muss man Blumen verschenken?

Man muss es natürlich nicht, aber viele Deutsche tun es. „In der Valentinswoche wird mit ungefähr 110 Millionen Euro mehr als doppelt so viel für Schnittblumen ausgegeben wie in einer normalen Woche“, sagt Maurice Hanke von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in Bonn. Die meisten Blumen, insbesondere die beliebten roten Rosen, kommen im Winter vor allem aus Südamerika, wie es beim Fachverband deutscher Floristen in Gelsenkirchen heißt. Mit dem Flugzeug und via Niederlande finden sie ihren Weg zu den Beschenkten.

Was ist dieses Jahr angesagt zum Valentinstag?

Im Kino ist am Donnerstag ein passender Episodenfilm angelaufen: „Valentinstag“. In der romantischen Komödie spielt Ashton Kutcher (31) den Blumenhändler Reed, der seine Freundin heiraten will, aber dann doch die wahre Liebe bei einer anderen entdeckt. „Zufällig“ zitierte „parade.com“ den Schauspieler vergangene Woche mit einer Hass-Tirade auf den Valentinstag. Kreative Film-PR? „Ich hasse Valentinstag. Ich kann ihn nicht ausstehen. Ich finde, jeder Tag sollte ein Tag der Romantik sein, und man sollte 364 Tage im Jahr die Liebe zelebrieren. Am Valentinstag könnte man dann allen, die man nicht mag, sagen, dass man sie nicht ausstehen kann. Es gäbe jedes Jahr einen Tag des Hasses und 364 Tage der Liebe.“

Und was ist tabu zum Valentinstag?

Eifersucht - der größte Feind der Liebe. In Web 2.0-Zeiten feiert sie fröhliche Urständ’. „Digitale Eifersucht“ nannte die Zeitschrift „Neon“ kürzlich das Phänomen. In Großbritannien oder den USA gebe es schon erste „Facebook-Scheidungen“, heißt es, weil Menschen in sozialen Netzwerken belastende Beweise des (angeblich) fremdgehenden Partners fanden. Netzwerke, die eigentlich verbinden sollen, können eben auch entzweien. Wer früher aufwendig hinterherspionieren oder Freunde ausfragen hätte müssen, kann sich heute schnell verrückt machen, indem er kontrollierend auf des Partners’ Profilseite guckt.

Die kanadische Wissenschaftlerin Amy Muise hat dazu eine Studie erarbeitet. Sie sagt nach Hunderten Interviews, auch Menschen, die sich nicht als eifersüchtig bezeichnen, werden es plötzlich, wenn sie ein Profil bei Facebook, MeinVZ und Co. haben. Wer ist eigentlich dieser Typ, der ständig auf dem Profil der Partnerin kommentiert? Oder warum hinterlässt der Partner so oft zweideutige Bemerkungen bei dieser blonden Bekannten? In der Kürze und Zusammenhangslosigkeit der Nachrichten liegt Konfliktpotenzial, das sich in Beziehungen bei fehlender Aussprache und mangelndem Vertrauen zum Informations- Overkill und schließlich zum Killer der Liebe entwickeln kann.

dpa