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11:27 06.07.2012
In Japan gehört Walfleisch zur normalen Ernährung. Jetzt hat die internationale Walfangkommission auf die Gefahren des Fleisches hingewiesen. Quelle: dpa
Panama-Stadt

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hat vor dem Verzehr von Walfleisch gewarnt. Es sei mit Schadstoffen belastet und stelle deshalb eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, heißt es in einer von Deutschland eingebrachten Resolution der 64. IWC-Jahrestagung in Panama-Stadt, die am Donnerstag einstimmig verabschiedet wurde.

„Wichtig ist, dass die Konsumenten in den Walfangländern über die Risiken aufgeklärt werden,“ sagte der Deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom Bundesministerium für Verbraucherschutz. „Das gilt vor allem für Schwangere, Kinder und ältere Menschen.“ In Grönland wird Walfleisch zunehmend auch in Supermärkten verkauft und in Restaurants angeboten, in Japan sogar in Schulkantinen.

Wal- und Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife begrüßten den Schritt. „Die Resolution hilft, die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch zu senken - und davon profitieren Mensch und Tier“, sagte Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife. Bereits vor zwei Jahren hatte die Organisation zusammen mit der Schweizer OceanCare den Bericht „Toxic Menu“ veröffentlicht, in dem die zum Teil gravierenden Belastungen im Fleisch der Wale nachgewiesen werden.

Forschungsergebnisse belegten den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Walfleisch und bestimmten Krankheiten, heißt es in einem Bericht von Pro Wildlife. „Wale speichern über ihr langjähriges Leben große Giftstoffmengen wie Quecksilber oder polychlorierte Kohlenwasserstoffe (PBCs) an - insbesondere Arten, die am Ende einer komplexen Nahrungskette stehen, wie Belugas und Grindwale“, erläuterte Altherr.

Nach Ansicht der Expertin sollte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Frage annehmen. „Tier- und Artenschutzargumente haben die Walfangländer bislang nicht von ihrer Jagd abgehalten“, sie. „Aber den Warnungen der Mediziner können sich die Regierungen in den Walfangländern nicht länger verschließen.“

dpa


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