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Nachrichten Wissen Was bei den Gefrierschrank-Temperaturen zu beachten ist
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10:11 07.01.2010
Quelle: Surrey
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Warum fällt ausgerechnet jetzt so viel Schnee?

Meteorologen machen dafür eine der seltenen sogenannten Vb-Wetterlagen (sprich: Fünf b) verantwortlich. Das Besondere an Vb-Wetterlagen ist, dass sie mit größeren Niederschlagsmengen verbunden sind. Bei einem Vb-Verlauf wird ein Atlantiktief, das auf der üblichen West-Ost-Bahn unterwegs ist, von einer nördlichen Kaltfront bis zum Mittelmeer abgelenkt. Dort kann das Tief extrem viel Feuchtigkeit aufnehmen. Auf seiner weiteren Bahn Richtung Nordosten kühlen sich die feuchten Luftmassen dann wieder ab. So bilden sich mächtige Wolken bis zu sieben Kilometern Höhe, aus denen dann extreme und zum Teil auch lang anhaltende Niederschläge fallen.

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Was kann man tun, um sich vor Erkältungen zu schützen?

Das A und O ist natürlich ein intaktes Immunsystem. „Grundlage dafür ist eine gesunde Ernährung“, betont Arbeitsmedizinerin Ulrike Roth vom TÜV Rheinland. Sie empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Besonders im Winter zählen nach ihren Worten Vielfalt und Ausgewogenheit. Deswegen sollten Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte ganz oben auf der Einkaufsliste stehen. „Da Fertiggerichte meist viel Fett und wenig Nährstoffe enthalten, ist es besser, selbst zu kochen und dabei frische Zutaten zu verwenden“, rät Roth.

Sie empfiehlt zudem, genügend zu trinken: Wer rund zwei Liter Wasser, ungesüßte Säfte oder Tee am Tag trinkt, schützt seine Schleimhäute vor dem Austrocknen. Sie wirkten als eine erste Barriere gegen Infekte von außen. Viel Alkohol sei aber Tabu.

Welche Kleidung ist bei diesen Temperaturen angemessen?

Hut oder Mütze sind gerade jetzt besonders wichtig, da ansonsten am Kopf ein großer Teil der Körperwärme verloren geht. Wichtig ist außerdem der Schutz von Händen und Füßen, weil an den Gliedmaßen die Erfrierungsgefahr besonders groß ist. Ansonsten hat sich das sogenannte Zwiebelprinzip bewährt: Über warmer Unterkleidung sollte man mehrere Schichten Kleider tragen. Das ermöglicht ein Anpassen an die Außentemperatur.

Wie schnell kann es zu Erfrierungen kommen?

Fachleute gehen davon aus, dass bereits bei Temperaturen ab plus sechs Grad Erfrierungen auftreten können - vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit oder bei starkem Wind. Bei niedrigen Temperaturen verengen sich die Blutgefäße, es wird weniger Blut transportiert, damit weniger Wärme abgegeben wird. Die verminderte Durchblutung führt dazu, dass Menschen bei Kälte blass im Gesicht sind und die Gliedmaßen weiß werden. Bei weiterer Kälteeinwirkung bilden sich in den Zellen Eiskristalle, die roten Blutkörperchen klumpen zusammen, was eine noch schlechtere Durchblutung und im schlimmsten Fall ein Absterben des Gewebes zur Folge hat.

Besonders gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen wie Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), da deren Blutzirkulation ohnehin eingeschränkt ist, wie Fachleute betonen. Auch im Schnee spielende Kinder nehmen die Kälte häufig nicht wahr und sollten nicht zu lange bei tiefen Temperaturen draußen sein.

Was kann man im Ernstfall tun?

Erfrorene Körperteile dürfen nicht massiert oder mit Schnee abgerieben werden. Stattdessen sollte schnellstmöglich ein warmer Ort aufgesucht werden. Dort sollte nasse Kleidung rasch ausgezogen werden. Die betroffenen Körperstellen sollten mit warmen Händen oder warmem (nicht heißem) Wasser erwärmt werden. Zudem sollten warme alkoholfreie Getränke getrunken werden. Bei stärkeren Erfrierungen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Was sollten Haustierbesitzer beachten?

Der Deutsche Tierschutzbund rät beispielsweise davon ab, Hunden „Winterbekleidung“ zu verpassen. Diese sei bei gesunden Tieren unnötig und nicht artgerecht. Beim Gassigehen ist in diesen Tagen ein zügiges Tempo ratsam, damit der Hund stets in Bewegung ist. Außerdem sollte er den Schnee nicht fressen, da viele fremde, schädliche Stoffe darin enthalten sind, die dem Tier schaden können. Sind die Pfoten mit Streusalz in Kontakt gekommen, empfiehlt es sich, sie nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abzuwaschen.

Tipps zur Fütterung von Vögeln im Winter gibt es im Internet unter: tierschutzbund.de

Was müssen Autofahrer für einen reibungslosen Start wissen?

Die Wartung des Autos ist natürlich entscheidend: Dazu gehört die Kontrolle des Frostschutzmittels für Kühler und Scheibenwaschanlage. Winterreifen bieten im Vergleich zu Allwetterreifen nach Ansicht von Verkehrsexperten mehr Sicherheit gegen Eis und Schnee. Für Ärger sorgen auch immer wieder die Autobatterien: Deshalb rät der ADAC, gerade ältere Batterien regelmäßig überprüfen zu lassen.

www.dwd.de

www.tuev-rheinland.de

www.adac.de

ap