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Wissen Weiberfastnacht 2019: Beginn des Straßenkarnevals
Nachrichten Wissen Weiberfastnacht 2019: Beginn des Straßenkarnevals
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08:08 27.02.2019
Vielerorts feiern verkleidete Frauen am 28. Februar 2019 Weiberfastnacht. Vor allem im Rheinland markiert der Tag traditionell den Beginn des einwöchigen Straßenkarnevals. Quelle: Federico Gambarini/dpa
Hannover

Am 28. Februar 2019 beginnt vielerorts in Deutschland der Straßenkarneval beziehungsweise die Faschings- oder Fastnachtswoche. Bis zum Aschermittwoch am 6. März ziehen die Feiern zur „fünften Jahreszeit“ Millionen von Besucher in die deutschen Karnevals- und Fastnachtshochburgen.

Vor allem im Rheinland gilt Weiberfastnacht als inoffizieller Feiertag, an dem besondere Bräuche stattfinden und die Menschen kostümiert in Straßen und Kneipen feiern. In Ortschaften, wo die schwäbisch-alemannische Fastnacht gefeiert wird, ist der Donnerstag vor Aschermittwoch dagegen meist als „Schmotziger Donnerstag“ bekannt.

Welche Bräuche verbindet man mit Weiberfastnacht?

Zu den bekanntesten Bräuchen der rheinischen Weiberfastnacht gehört, dass Frauen einen Tag lang das Sagen haben. Häufig wird Männern deshalb symbolisch die Krawatte abgeschnitten, in vielen Städten und Gemeinden „stürmen“ Gruppen von Frauen das Rathaus und besetzen dieses für die Dauer der Karnevalszeit. In der Regel übergibt der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin den Frauen hierfür den Stadtschlüssel für einen oder mehrere Tage der Karnevalswoche.

In der schwäbisch-alemannischen Fastnacht haben sich ähnliche Bräuche entwickelt, allerdings liegt der Fokus hier weniger auf der symbolischen Befähigung der Frauen. Stattdessen steht die bevorstehende Fastenzeit traditionell im Vordergrund. Bezeichnungen wie Fetter oder Schmotziger Donnerstag gehen darauf zurück, dass an diesem Tag traditionell viel Fleisch und in Fett gebackene Speisen wie Quarkbällchen oder Krapfen, zubereitet und gegessen wurden. „Schmotzig“ beziehungsweise „schmutzig“ sind alemannische Dialekte für „fettig“ oder „feiß“.

Hat man an Weiberfastnacht frei?

So wie bei allen Tagen der Karnevals-, Faschings- oder Fastnachtswoche handelt es sich auch bei der Weiberfastnacht nicht um einen gesetzlichen Feiertag. Trotzdem ist es üblich, dass Arbeitgeber ihren Angestellten an diesem Tag frei geben oder nur halbtags gearbeitet wird. Außerdem haben viele Geschäfte ab Mittag geschlossen.

Woher kommt die Weiberfastnacht?

Die Ursprünge der Weiberfastnacht sind eng mit der Geschichte des Karnevals verbunden, welcher wiederum auf die christliche Fastenzeit vor Ostern zurückgeht. Im Mittelalter wurden die Tage vor Aschermittwoch genutzt, um noch einmal nach Herzenslust all die Dinge zu tun, die während der vierzigtägigen Enthaltsamkeit verboten waren.

Viele Regeln und Sitten wurden in dieser Zeit außer Kraft gesetzt und es wurde noch einmal ausgelassen gefeiert, gegessen und getrunken. Auch der Status der Frau wurde für einen bestimmten Zeitraum „auf den Kopf gestellt“ - vielerorts wurden sie deshalb symbolisch an die Macht gelassen. In ihrer heutigen Form gehen die Weiberfastnacht und ihre Traditionen auf verschiedene Ereignisse im 18. beziehungsweise 19. und 20. Jahrhundert zurück.

Häufig wird das Jahr 1824 als Beginn der modernen Weiberfastnacht angesehen. Im Bonner Stadtteil Beuel schlossen sich die örtlichen Wäscherinnen zum „Alten Damenkomitee von 1824“ zusammen, um am damals noch den Männern vorbehaltenen Karneval teilzunehmen. Die Tradition des „Rathaussturms“ ist bis heute das bekannteste Erbe des Damenkomitees.

Altweiber, Weiberfasching, Fettdonnerstag - was sagt man wo?

Wie bei vielen Begriffen rund um Karneval, Fastnacht und Fasching haben sich auch um den Donnerstag vor Aschermittwoch zahlreiche regionale und mundartliche Abwandlungen entwickelt. Hier ein Überblick über die geläufigsten Begriffe und wo sie vorzugsweise benutzt werden:

Weiberfastnacht: Vor allem im Rheinland sowie in der Mitte Deutschlands bis zum Main sowie in Teilen Frankens geläufig.

Altweiberfastnacht: Wird vor allem in der Pfalz benutzt. Im nördlichen Rheinland und im Münsterland hört man auch nur „Altweiber“.

Altweiberfasching: Überall dort, wo statt Fastnacht Fasching gesagt wird: also in weiten Teilen Bayerns, Sachsens und Österreichs

Schmotziger Donnerstag: Vor allem in Baden-Württemberg, im Westen Österreichs sowie in Liechtenstein und der Schweiz.

Fetter Donnerstag: Meist im Saarland, in der Eifel, rund um Trier und in Ostbelgien zu hören.

Fettdonnerstag: vor allem in Aachen geläufig.

Unsinniger Donnerstag: Vor allem in Bayern, Tirol und Südtirol. In Bayern auch „Lumpiger Donnerstag“.

Weitere regionale Varianten im alemannischen Sprachraum sind: „Schmutziger Donnerstag“, „Dicker Donnerstag“, „Gompiger Donnerstag“ oder „Schwerdonnerstag“. Darüber hinaus gibt es für nahezu jeden Begriff mehrere mundartliche Abwandlungen.

Lesen Sie dazu auch:
Karneval, Fasching, Fastnacht - Was ist der Unterschied?

Wann findet Weiberfastnacht in den nächsten Jahren statt?

Da sich die Festlegung der Karnevals- beziehungsweise Faschings- oder Fastnachtswochentage nach den Daten der beweglichen Osterfeiertage richtet, variiert auch das Datum von Weiberfastnacht. Frühestens findet Weiberfastnacht am 29. Januar, spätestens am 4. März eines Jahres statt.

Das sind die Daten der nächsten Weiberfastnacht:

• 2020: 20. Februar

• 2021: 11. Februar

• 2022: 24. Februar

• 2023: 16. Februar

• 2024: 8. Februar

Hier finden Sie Informationen zum Karneval beziehungsweise zur Fastnacht in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz.

Von RND/pf

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