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Wissen Wetter 2009: Vier Monate zu kalt und acht zu warm
Nachrichten Wissen Wetter 2009: Vier Monate zu kalt und acht zu warm
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16:48 29.12.2009
9,7 Grad war der Temperatur-Durchschnittswert 2009 in Niedersachsen. Quelle: Christian Burkert

9,7 Grad war der Temperatur-Durchschnittswert 2009 in Niedersachsen. Damit stiegen die Mittelwerte innerhalb eines Jahres um mehr als ein Grad an. Am heißesten war es 2009 am 20. August in Nienburg und Barsinghausen mit jeweils 36,9 Grad. Dagegen sank am 7. Januar das Quecksilber in Göttingen auf minus 24,1 Grad. Insgesamt war es nach Angaben der Meteorologen ein relativ trockenes und sonnenreiches Jahr. Sowohl in Niedersachsen als auch in Bremen, dem mit 10,1 Grad wärmsten Bundesland, fielen rund 30 Liter weniger Regen pro Quadratmeter als im Vorjahr.

In Gesamtdeutschland war das Wetter im ablaufenden Jahr insgesamt etwas wärmer als im Schnitt der vergangenen Jahrzehnte. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur des Gesamtjahres 2009 nach vorläufigen Berechnungen bei 9,2 Grad Celsius und damit ein Grad über dem langjährigen Mittelwert für Deutschland. Gleichwohl sei das Wetter in diesem Jahr insgesamt „recht durchschnittlich“ ausgefallen, da 2009 weder bei der Temperatur noch beim Niederschlag noch bei der Dauer des Sonnenscheins in die „Top Ten“ seit Beginn der deutschlandweiten Messungen im Jahr 1901 gelangt sei.

Der DWD befand den vergangenen Winter als „ausgeprägt“, mit strengen Frösten im Januar und starken Schneefällen im Februar. Dagegen war der April außergewöhnlich warm und sonnenscheinreich, der Sommer erst wechselhaft, später „trocken und recht warm“. Im Herbst überraschte der Oktober mit zu kaltem und der November mit zu warmem Wetter. Nach den Auswertungen des DWD gab es im ablaufenden Jahr vier zu kalte Monate, nämlich den Januar, Juni, Oktober und Dezember. Dem standen acht zu warme Monate gegenüber.

Der heißeste Tag des Jahres war den Angaben zufolge fast deutschlandweit der 20. August. In Rahden-Varl in Nordrhein-Westfalen wurde an diesem Tag mit 37,8 Grad die bundesweit höchste Temperatur gemessen. Die kälteste Nacht hingegen erlebten am 6. Januar die Menschen im sächsischen Dippoldiswalde-Reinberg bei minus 27,7 Grad. Im Vergleich der Bundesländer konnten sich die Bremer mit einem Jahresdurchschnittswert von 10,1 Grad über die wärmsten Temperaturen freuen. Berlin, Hamburg und das Saarland teilen sich Platz zwei mit 9,9 Grad. Die kältesten Bundesländer waren Bayern, Sachsen und Thüringen mit einer Durchschnittstemperatur von 8,7 Grad.

Wintersturm „Klaus“ verursachte 2009 größten Schaden
Die Schäden durch Naturkatastrophen sind in diesem Jahr deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Die Versicherungswirtschaft zahlte 2009 nur rund 22 Milliarden Dollar (rund 15,2 Milliarden Euro) und damit weniger als die Hälfte der Summe, die sie 2008 tragen musste, wie der Rückversicherer Munich Re am Dienstag mitteilte. Das Unternehmen erhebt jährlich die Zahlen für die gesamte Branche.

Zwar habe es 2009 weniger große Schäden gegeben - dafür nahm aber die Zahl der Schadenfälle zu, wie Munich Re erklärte. Sie stieg auf 850 Naturkatastrophen, im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre waren es jährlich rund 770 gewesen.

Auffällig an der Schadenstatistik seien die hohen Einzelschäden durch Unwetter in den USA, teilte der Rückversicherer mit. Seit 1980 stieg die Schadenssumme für die Versicherungswirtschaft nach Unwettern in den Vereinigten Staaten demnach im Durchschnitt von vier auf zehn Milliarden US-Dollar pro Jahr. Neben sozioökonomischen Faktoren spiele hier auch der Klimawandel eine Rolle, wie Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung bei Munich Re, erklärte. „Der Trend zu einer Zunahme von wetterbedingten Katastrophen bleibt bestehen.“

Das teuerste Einzelereignis 2009 fand aber in Europa statt: Es war der Wintersturm „Klaus“, der Ende Januar mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde in Nordspanien und Südwestfrankreich volkswirtschaftliche Schäden von etwa 5,1 Milliarden US-Dollar anrichtete. Davon waren Schäden in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar versichert.

Die meisten Todesopfer forderte ein Erdbeben vor Indonesien, bei dem Ende September rund 1.200 Menschen ihr Leben verloren. Drei Taifune in Südostasien zogen den Tod von etwa 1.700 Menschen nach sich. Dagegen verlief die Hurrikansaison im Nordatlantik glimpflich, es wurden neun namentlich benannte Stürme gezählt, davon drei in Hurrikanstärke. Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Seit den 90er Jahren werden durchschnittlich 14,3 Stürme, davon 7,5 Hurrikane, pro Jahr gezählt.

Laut Munich Re ist die Zahl der wetterbedingten Naturkatastrophen seit 1950 ständig gestiegen - mittlerweile auf das Dreifache der Zahl von Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Seit 1980 seien bei wetterbedingten Naturkatastrophen volkswirtschaftliche Schäden von etwa 1.600 Milliarden US-Dollar in Originalwerten entstanden. Das Vorstandsmitglied für das Rückversicherungsgeschäft, Torsten Jeworrek, machte den Klimawandel für diese Entwicklung verantwortlich und forderte konkrete Schritte gegen ein Fortschreiten der Temperaturerhöhung. „Wir brauchen schnell ein Abkommen, das die Treibhausgasemissionen spürbar zurückführt, denn das Klima ist träge. Und was wir jetzt nicht schaffen, wirkt sich noch jahrzehntelang aus.“

AFP/lni

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