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Wissen Erstmals menschliche Zellen von HIV-Infektion geheilt
Nachrichten Wissen Erstmals menschliche Zellen von HIV-Infektion geheilt
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18:35 22.02.2016
Der Molekularbiologe Frank Buchholz forscht an der TU Dresden. Quelle: Andreas Debski (LVZ)
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Dresden

„Die von uns entwickelte Gen-Schere hat funktioniert: Nach einer gewissen Zeit waren die Zellen nicht mehr HIV-infiziert. Das ist ein großer Fortschritt, ein sehr wichtiger Schritt in der Forschung“, erklärt Buchholz, der seit 20 Jahren an dieser Methode forscht, gegenüber der Leipziger Volkszeitung, die zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gehört. Das Gute und Neue ist außerdem: Die neue Gen-Schere, die Defekte im Erbgut tilgen kann, ist bei nahezu allen bekannten HIV-Stämmen einsetzbar.

Virus versteckt sich in der DNA

Vereinfacht lautet das Prinzip: Ein in Dresden entwickeltes Enzym ist so konstruiert, dass es sich genau das HI-Virus in der DNA-Abfolge sucht und es herausschneidet. Das heißt: Nur wenn diese Sequenzen gefunden werden, auf die das Enzym angesetzt ist, wird geschnitten. „Das größte Problem bei HIV-Infektionen ist, dass sich das Virus in der DNA versteckt“, macht Buchholz klar. Inzwischen gibt es zwar sehr gute Medikamente, um die Symptome einzudämmen und auch die Aids-Erkrankung gar nicht erst ausbrechen zu lassen – eine Heilung erfolgt aber nicht. Deshalb kann das gefährliche Virus nach wie vor übertragen werden. Das Risiko der Verbreitung ist also weiterhin hoch, da auch die Krankheit selbst ihre Bedrohlichkeit eingebüßt hat. „Mit Hilfe unserer Methode könnte die HIV-Infektion heilbar werden – das ist unser langfristiges Ziel“, erklärte der Dresdner Molekularbiologe gegenüber der Leipziger Volkszeitung.

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Studien sollen in Hamburg durchgeführt werden

Diese revolutionäre Methode, die in einigen Jahren in eine Dialyse für HIV-Patienten münden soll,  wird am Dienstag im renommierten Wissenschaftsjournal „Nature Biotechnology“ vorgestellt. „Die Ergebnisse stellen die Grundlage für erste klinische Studien zur Heilung von HIV-Patienten dar, die in absehbarer Zeit in Hamburg durchgeführt werden sollen“, kündigt Professor Joachim Hauber, Abteilungsleiter am Heinrich-Pette-Institut Hamburg, an. In Dresden sind die Tests aufgrund der notwendigen Sicherheitsausstattungen nicht möglich. Die klinischen Studien werden mindestens zehn Millionen Euro kosten, private Investoren haben bereits ihr Interesse signalisiert. „Bis wir Ergebnisse aus klinischen Studien haben, werden noch einige Jahre vergehen“, dämpft Frank Buchholz übereilte Hoffnungen. 

rnd

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