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Wissen Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen laut WHO weiter gestiegen
Nachrichten Wissen Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen laut WHO weiter gestiegen
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15:45 24.03.2009
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Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum internationalen Tuberkulosetag am Dienstag mit. Dies seien 30.000 Erkrankte mehr als im Jahr zuvor und 10,5 Prozent mehr als 2000. Die WHO warnte vor einem weiteren Anwachsen wegen der Wirtschaftskrise, weil die Krankheit vor allem ein Problem der „Armen und Benachteiligten“ sei.

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die vor allem die Lungen befällt. Die Behandlung einfacher Fälle dauert rund sechs Monate, immer mehr Patienten entwickeln jedoch Resistenzen gegen die Standardmedikamente. Für die so genannte multiresistente Tuberkulose gibt es nur unzureichende Therapiemethoden.

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Knapp 1,8 Millionen Menschen starben 2007 der WHO zufolge an Tuberkulose, darunter rund eine halbe Million HIV-Infizierte. Deren Risiko, an Tuberkulose zu erkranken, ist durch ihr stark geschwächtes Immunsystem besonders hoch. Eine „gute Nachricht“ sei immerhin, dass die Zahl der Erkrankungen pro 100.000 Einwohner gesunken sei. Da die Weltbevölkerung aber wachse, steige auch die Zahl der Tuberkulose-Fälle insgesamt.

Rund 55 Prozent der 2007 an Tuberkulose erkrankten Menschen lebten in Asien, auf Afrika entfiel knapp ein Drittel, fünf Prozent der Erkrankten lebten in Europa. Die Länder mit den meisten Tuberkulose-Kranken sind demnach Indien, China, Indonesien, Nigeria und Südafrika. Die Krankheit sei mittlerweile jedoch auch in Industrieländern ein Problem, erklärte die Organisation. Dort seien vor allem Arme und Obdachlose sowie Menschen mit Migrationshintergrund betroffen, was sich im Zuge der Wirtschaftskrise noch verschärfen könnte.

Die WHO will bis zum Jahr 2015 die Ausbreitung der Krankheit und die Zahl der Todesfälle um die Hälfte im Vergleich zu 1990 reduzieren. Für den Kampf gegen Tuberkulose stehen für das Jahr 2009 weltweit insgesamt rund drei Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) zur Verfügung. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte die Bundesregierung am Montag aufgerufen, „Verantwortung zu übernehmen“ und mehr Gelder in die Forschung zur Bekämpfung der multiresistenten Tuberkulose zu investieren. Die gängigen Tests und Medikamente seien „völlig veraltet“.

afp