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Wissen Zecken: Virus-Alarm in Niedersachsen
Nachrichten Wissen Zecken: Virus-Alarm in Niedersachsen
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11:33 19.05.2010
Im Sommer droht eine neue Zeckenplage. Quelle: dpa

Vor der durch den gemeinen Holzbock übertragenen Hirnhautentzündung mit dem komplizierten Namen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wähnten sie sich aber bisher sicher. Denn laut Statistik des Robert-Koch-Instituts sind mit dem FSME-Virus belastete Zecken vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Ländern wie Österreich, Tschechien und dem Baltikum heimisch.

Das scheint sich jetzt allerdings zu ändern: In einer umfangreichen Untersuchung hat das Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA) 3688 Zecken aus der Region Cuxhaven gesammelt und auf FSME getestet. „In einem Naherholungsgebiet konnten wir in den Zecken FSME-Viren nachweisen“, berichtete der NLGA-Biologe Masyar Monazahian am Dienstag in Hannover. Seine schlichte Feststellung bedeutet, dass sich das krankheitserregende Virus nun erstmals auch in Niedersachsen zu Hause fühlt.

Glaubt man den Fachleuten, ist es ohnehin nur Zufall, dass Norddeutschland bisher von der Zeckenhirnhautentzündung verschont geblieben ist. Am Klima liegt es jedenfalls nicht. „Die Zecken fühlen sich bei Temperaturen von acht bis 25 Grad wohl“, erklärt Monazahian. Selbst der vergangene kalte Winter hat die Spinnentiere nicht umgehauen: Unter Laub und Schneedecke waren sie vor dem Frost gut geschützt. Der Experte erwartet daher auch für den Sommer 2010 wieder eine Zeckenplage.

„Die gängige Hypothese ist, dass infizierte Zecken durch Vogelflug oder Tierwanderungen eingetragen werden“, sagt Monazahian. „Wir müssen also beachten, dass es eine Ausbreitung der FSME auch in Niedersachsen geben kann.“ Sicherheitshalber will die Gesundheitsbehörde jetzt auch weitere niedersächsische Zeckengebiete unter die Lupe nehmen, darunter die Region Hannover.

Trotzdem schlagen die Experten nicht gleich Alarm. „In Niedersachsen wäre eine Impfung gegen FSME-Infektionen übertrieben“, betont der hannoversche Internist Ulf Werner. „Wer in Risikogebiete verreist, sollte dort jedoch nicht ohne Impfschutz wandern gehen.“

Zwar verläuft eine FSME-Infektion in den meisten Fällen glimpflich und die Betroffenen merken außer Grippesymptomen wenig. Bei zehn Prozent der Erkrankten gibt es aber eine zweite Krankheitsphase mit neurologischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Hirnkrämpfen oder Lähmungen. „Das bleiben zwar nur selten dauerhaft, aber dann sind die Fälle sehr schwer“, sagt Werner.

Nicola Zellmer

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