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Wissen Zeitwächter legen Schaltsekunde ein
Nachrichten Wissen Zeitwächter legen Schaltsekunde ein
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08:57 15.06.2012
Von Margit Kautenburger
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Braunschweig

Eine Sekunde ist nicht viel für Stressgeplagte, die sich dringend mehr Zeit wünschen. Die meisten werden es gar nicht merken, denn das Zeitgeschenk gibt es mitten in der Nacht. Aber es verrät einiges über die Physik der Erde – und die Probleme des Menschen, damit Schritt zu halten.
Die Erde und die hochgenauen Atomuhren sind mal wieder aus dem Gleichtakt geraten. Das Problem rühre daher, dass sich die Erde unregelmäßig schnell dreht, erklärt die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die die Atomuhr steuert. Der Planet schwankt und torkelt ein wenig und wird tendenziell immer langsamer.

Als 1967 die Dauer einer Atomsekunde festgelegt wurde, orientierte diese sich an astronomischen Daten vergangener Jahrzehnte, in denen sich die Erde noch etwas schneller drehte als heute. Während die Atomuhren den Tag in genau 86 400 Sekunden einteilen, nimmt sich der Planet für eine Umdrehung heute etwas mehr Zeit. Dadurch dehnen sich die Tage – zwar minimal, aber über die Jahrhunderte macht sich das durchaus bemerkbar.

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Stimmten Atomzeit und Weltzeit im Jahr 1958 definitionsgemäß überein, so war im Jahr 1972 bereits eine Zeitdifferenz von zehn Sekunden aufgelaufen. Den Ausgleich hatte man bis dahin in kleinen Schritten und nicht weltweit einheitlich vorgenommen. Dann entschlossen sich die „Zeitwächter“ zur Einführung der „koordinierten Weltzeit“. Seit 1972 ist es bereits die 25. Schaltsekunde, die eingeschoben wird. Zuletzt gab es das Zeitgeschenk 2009.

Für die Anpassung am 1. Juli müssen Uhren, die die gesetzliche Zeit anzeigen sollen, für eine Sekunde angehalten werden. Wer eine Funkuhr besitzt, braucht sich indes um nichts zu kümmern: Hier geht das vollautomatisch.

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