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Maas will Urlaub im Ausland noch vor dem Sommer ermöglichen

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17:42 18.05.2020
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) strebt eine EU weite Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn an. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Berlin

Die Chancen auf Urlaub am Mittelmeer steigen: Bundesaußenminister Heiko Maas verständigte sich am Montag mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen bis zum Sommerbeginn hinzuarbeiten.

Bei einer Videokonferenz ging es darum, wie dafür die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Grenzkontrollen und Quarantäneregeln aufgehoben werden können und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten gewährleistet werden kann.

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Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung für deutsche Touristen zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Auch über eine Aufhebung der Reisewarnung für einzelne Länder außerhalb der EU wird im Auswärtigen Amt bereits nachgedacht.

"Wir wollen Schritt für Schritt in die Normalisierung zurück", sagte Maas. Er betonte aber auch, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird wie vor der Corona-Krise. "Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass es eine schnelle Rückkehr zu Business as usual geben kann."

An der Videokonferenz nahmen Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien teil. Frankreich und die Schweiz fehlten, weil sie am Mittwoch bei einer weiteren Videokonferenz auf Einladung Maas' mit den Nachbarländern Deutschlands dabei sind. Österreich entschied sich als einziges Nachbarland, an beiden Konferenzen teilzunehmen.

Drei Zutaten für den Start in den Auslandsurlaub

Deutschland und Urlaubsländer haben noch ein Stück Arbeit vor sich, bevor der Startschuss für den Urlaub gegeben werden kann. Dafür sind drei Schritte nötig:

- Zunächst einmal müssen die Grenzen geöffnet werden. Für seine Nachbarländer will Deutschland das bis zum 15. Juni umsetzen - nur bei Tschechien und Polen ist unklar, wann es da zu einer Einigung kommen kann.

- Dann muss die in vielen Ländern noch geltende zweiwöchige Quarantänepflicht für einreisende Ausländer aufgehoben werden. Denn selbst bei "All inclusive" und 24-Stunden-Zimmerservice macht Urlaub im Hotelzimmer keinen Spaß.

- Wenn das geregelt ist, soll ab dem 15. Juni auch die weltweite Reisewarnung fallen. "Wir können nicht dauerhaft eine Reisewarnung für die ganze Welt aufrechterhalten", sagte Maas. In den Reisehinweisen sollen dann möglichst viele Einzelheiten zu den Reiseländern stehen. Wie sind die Hygienevorschriften? Wie ist die Infektionslage? Ist man als Urlauber überhaupt willkommen? Besteht die Gefahr, dass man nicht mehr zurückkommt? Das Auswärtige Amt legt damit die Urlaubsentscheidung wieder ganz in die Hände der Reisenden. Bisher ist die Reisewarnung noch der unmissverständliche Ratschlag: Bleibt zu Hause in Deutschland!

Gratwanderung mit dem Virus

Das klingt nach einem plausiblen Plan. Das große Problem: Die Unberechenbarkeit des Virus, die sehr unterschiedliche Betroffenheit der einzelnen Länder und voneinander abweichende Gegenmaßnahmen.

"Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen", mahnt der spanische Verkehrsminister José Luis Ábalos. Spanien hat zwar bereits mit einer schrittweisen und vorsichtigen Lockerung der Kontaktsperre begonnen. Die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez will aber den seit Mitte März und noch bis zum 23. Mai geltenden Notstand um einen weiteren Monat bis Ende Juni verlängern.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias schlägt da ganz andere Töne an. "Die Bewegungsfreiheit wird innerhalb des Landes wiederhergestellt, unsere Hotels bereiten sich auf ihre Wiedereröffnung vor, unsere Strände sind wieder zugänglich und archäologische Stätten öffnen wieder für die Öffentlichkeit", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die positiven Stimmen zum grenzüberschreitenden Urlaub überwiegen inzwischen klar - auch in den stark betroffenen Ländern. Ausgerechnet Italien - der Corona-Hotspot der ersten Wochen in Europa - setzt sich an die Spitze der Bewegung und will die Grenzen für Touristen schon am 3. Juni öffnen. Die Wiederbelebung des Tourismus spielt für die notleidende Wirtschaft des Landes eine herausragende Rolle.

"Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen"

Aus dem Inland bekommt Maas aber auch Gegenwind. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der auf Inlandstouristen in den Hotels und Gaststätten im eigenen Land hofft, trat am Montag auf die Euphoriebremse. "Ich glaube nicht wie Heiko Maas, dass es so leicht ist, dass wir heute schon Pläne vorgeben können, dass wir in einem Monat schon wieder in Italien oder in Spanien sind oder in Frankreich", sagte der CSU-Chef. Man bewege sich weiter auf sehr dünnem Eis.

Söder forderte stattdessen eine finanzielle Förderung von Urlaub in Deutschland. Denkbar seien entweder Urlaubsgutscheine oder eine steuerliche Absetzbarkeit - er sei da relativ offen. Söder plädierte aber für eine Förderung "vor allem für diejenigen, die nicht so viel Geld haben und sich so etwas nicht so leisten können".

Der Wettbewerb um die Urlauber hat also längst begonnen - auch wenn Maas ihn eigentlich verhindern will. "Wir wollen kein europäisches Wettbieten um Touristen", mahnt er.

Urlaub der besonderen Art

Bei allen Unsicherheiten, die es für den Sommerurlaub im Ausland noch gibt, eins steht jetzt schon fest: Der Urlaub wird anders, als er vor der Corona-Krise war. In den Urlaubsländern wird schon heftig darüber diskutiert, wie die Einhaltung von Abstandsregeln am Strand organisiert werden kann. "Jetzt geht es nur noch darum zu organisieren, dass sich der Urlaub wie Urlaub anfühlt", sagt Maas. Das wird wahrscheinlich die schwerste Aufgabe.

dpa

Deutsche Presse-Agentur dpa 18.05.2020
Deutsche Presse-Agentur dpa 18.05.2020
Deutsche Presse-Agentur dpa 18.05.2020
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