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Braunschweiger Land Viele Kinderlieder und eine Hymne
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08:00 03.03.2009
Das Schloss in der Heimatstadt des Dichters der deutschen Nationalhymne Quelle: Udo Heuer
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Obwohl es im Zuge der revolutionären Bestrebungen nach politischer Mitbestimmung und Überwindung der deutschen Vielstaaterei rasch große Popularität im Volk erlangte, wurde es erst 81 Jahre später von Reichspräsident Friedrich Ebert zur Nationalhymne erklärt. Bundespräsident Theodor Heuss führte 1952 das Deutschlandlied wieder ein – mit der Einschränkung, dass bei öffentlichen Anlässen nur dessen dritte Strophe („Einigkeit und Recht und Freiheit“) gesungen werden solle. Erst nach der Wiedervereinigung wurde diese Strophe allein zur deutschen Nationalhymne.

Bis heute ist es dieses Lied, das die meisten Deutschen mit dem Namen Hoffmann von Fallersleben in Verbindung bringen. Dabei hat der Literaturprofessor, Bibliothekar und politische Dichter im Laufe seines Lebens neben vielen wissenschaftlichen Werken auch 500 Kinderlieder verfasst, von denen etliche zu echten Volksliedern wurden wie beispielsweise „Ein Männlein steht im Walde“ oder „Alle Vögel sind schon da“.

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Geboren wurde Hoffmann, der sich später zur Unterscheidung von anderen Autoren gleichen Namens nach seiner Heimatstadt „von Fallersleben“ nannte, am 2. April 1798. In dem beschaulichen Ort, der heute zu Wolfsburg gehört, erinnert vieles an den berühmten Germanisten. Zwei Straßen und die vor etwa 100 Jahren entdeckte und noch heute genutzte Schwefelquelle sowie eine Schule wurden nach ihm benannt. Im restaurierten Schloss, Am Schlossplatz 1, befindet sich das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum. Eine handschriftliche Version vom „Lied der Deutschen“ ist dort ebenso zu finden wie ein „Baum“, der zehn jener Kinderlieder erklingen lässt, die Hoffmann geschaffen hat und der sich besonders an die jüngsten Museumsbesucher wendet.

Beim Rundgang erfahren Besucher, dass Hoffmann durch sein literarisches Bemühen um einen demokratischen deutschen Nationalstaat mehrfach politischer Verfolgung ausgesetzt war, die ihn auch sein Professorenamt in Breslau kostete. 76 Jahre währte sein Leben, das in Corvey endete. Zahlreiche Ölbilder seines Sohnes, des Landschaftsmalers Franz Hoffmann-Fallersleben, sind ebenfalls im Museum ausgestellt. Das Schloss, ein Mitte des 16. Jahrhunderts errichteter Ziegel-Fachwerk-Bau auf hohem, massivem Kellergeschoss, ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonnabends von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Museumsführungen können unter Telefon (053 62) 526 23 vereinbart werden.

Das 1000-jährige Fallersleben hat einen schönen Altstadtkern mit imposanten Fachwerkensembles. Hoffmanns Geburtshaus in der Westerstraße 4 beherbergt heute ein Hotel-Restaurant mit viel Atmosphäre. Weil der Mittellandkanal, der nahe am Ort vorbeiführt, in der Vergangenheit verbreitert und vertieft wurde, war auch eine Anpassung der Schleusenanlage Sülfeld erforderlich. Die 2008 nach fünf Jahren Bauzeit beendeten Arbeiten schufen eine neue Sehenswürdigkeit. Wer noch Lust und Zeit hat, kann den Ausflug im nahen Wolfsburg fortsetzen, zum Beispiel im Wissenschaftsmuseum Phaeno, nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt, im VW-Park AutoStadt, im Kunstmuseum am Hollerplatz oder im Schloss mit städtischer Galerie und einer Ausstellung zur Stadtgeschichte.

von Monika Ukermann

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Regionalexpress in knapp einer Stunde von Hannover direkt nach Fallersleben.

Mit dem Auto

Auf der A 2 bis Kreuz Wolfsburg/Königslutter, dann weiter auf der A 39 nach Fallersleben.