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Hameln-Pyrmont Ratten als Sympathieträger
Reisereporter Ausflüge Hameln-Pyrmont Ratten als Sympathieträger
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08:00 16.05.2008
Hameln Hochzeitshaus Quelle: Ludwig
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Und sind in der Weserstadt allgegenwärtig: mal aus Marzipan, mal aus Schokolade, als Brot oder Kuchen, und in Restaurants werden mitunter „Flambierte Rattenschwänze“ serviert. Die weltbekannte Rattenfängersage entstand im 13. Jahrhundert, kurz nach Erlangung der Stadtrechte. Ein Flötenspieler soll die Stadt von der Rattenplage befreit und, als er nicht entlohnt wurde, die Kinder fortgelockt haben – auf Nimmerwiedersehen. Jeden Sonntag von Mai bis September, immer um 12 Uhr, wird an diese Sage erinnert durch das Rattenfängerspiel vor dem Hochzeitshaus. In historischen Kostümen werden die Geschehnisse um den Auszug der Hamelner Kinder nachempfunden.

Die weitgehend intakte Altstadt, mit zahlreichen Bauten im Stil der Weserrenaissance aus dem 16. und 17. Jahrhundert bestückt, wäre auch ohne Ratten sehenswert. Eine lange, weiße Spur der Nager führt Besucher indes von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, alles liegt nah und eng beieinander; Autofahrer sind gut beraten, sich einen Parkplatz am Ring rund um die Altstadt zu suchen, um zu Fuß die Stadt zu erkunden.

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In der Osterstraße steht der neue Rattenfängerbrunnen neben dem Leisthaus, das ein Museum beherbergt, und dem Stiftsherrenhaus mit reichen Schnitzereien. Gleich gegenüber befindet sich das Rattenfängerhaus mit einer Inschrift vom Kinderauszug. Etwas weiter, schon am Markt, ist das imposante Hochzeitshaus auszumachen, Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, heute Zentrum der „Erlebniswelt Renaissance“ (Stadtführungen zu buchen im Treffpunkt Tourist-Info) und Kulisse für allerlei Aufführungen. Das hier installierte Rattenfänger-Figuren- und Glockenspiel setzt sich ab 9.30 Uhr etwa alle zwei Stunden in Bewegung; zudem kann der Besucher hier auf der Hochzeitshausterrasse von Mai bis September jeden Mittwoch gegen 16.30 Uhr kostenlos das Musical „Rats“ erleben. Was einmal zur Expo 2000 aus der Taufe gehoben wurde, ist jede Woche erneut ein touristischer Anziehungspunkt.

Ebenfalls am Marktplatz zu finden ist die Marktkirche St. Nicolai und gleich daneben das Dempterhaus, ein Gebäude der Weserrenaissance aus dem beginnenden 17. Jahrhundert. Kaum eine Straße in der Altstadt, die nicht ein schönes altes Gebäude aufweist. Wer am Markt in die Bäckerstraße einbiegt, kommt bald zum Münsterkirchhof mit dem Münster St. Bonifatius. Eine Turmbesteigung ist auf Anfrage unter Telefon (051 51) 247 87 möglich.

Hameln als Einkaufszentrum der Region ist seit März 2008 um eine „Stadtgalerie“ mit 90 Geschäften reicher. Und in Bahnhofsnähe hat der HefeHof (Hefehof 29), eine ehemalige Hefefabrik, allerlei zu bieten. Im dortigen Automobilmuseum ist der legendäre „Sperber“ zu bewundern, der 1912 in Hameln produziert wurde. Gleich daneben hat sich ein Druckereimuseum etabliert, dessen historische Maschinen Einblicke in die Bereiche Satzherstellung, Druckverfahren und Buchbinderei geben. Interessant ist auch die permanente Ausstellung zur industriellen Entwicklungsgeschichte der Hefefabrik.

Monika Ukermann

öffentliche Verkehrsmittel

mit der S 4 oder S 5 alle 30 Minuten von Hannover Hbf nach Hameln

mit dem Auto

über die B 217

weitere Infos

Tourist-Information, Deisterallee 1, Tel. (051 51) 95 78 23, www.hameln.de