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Hameln-Pyrmont Rund um Hamelns Klüt
Reisereporter Ausflüge Hameln-Pyrmont Rund um Hamelns Klüt
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08:00 22.10.2008
Schloß Schwöbber
Schloß Schwöbber Quelle: Karin Blüher
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Wanderer nehmen gern den Aufstieg in Kauf, um vom Turm auf die Dächer der Fachwerkstadt und ihrer Umgebung zu blicken. Radwanderern wird eine reizvolle Alternative geboten: Sie können den Hausberg der Rattenfängerstadt durch die Täler von Weser, Beberbach und Humme umrunden. Die Orientierung auf der knapp 30 Kilometer langen Strecke ist dank sorgfältiger Beschilderung und eines vom Weserbergland-Tourismus (Deisterallee 1, 31785 Hameln, Tel. (051 51) 930 00, www.weserbergland.com) herausgegebenen Faltblatts samt Kartenskizze so leicht, dass noch Zeit genug bleibt, den Ausflug um 15 Kilometer zu verlängern. Allerdings sollte etwas von vornherein bedacht werden: Ganz ohne Steigungen ist diese Radtour nicht zu haben. Dafür wird man mehrfach belohnt: mit vielen Panoramen auf die herbstbunte Natur.

Start ist am Hamelner Münster St. Bonifatius. Das Gotteshaus mit seinem hohen Turm, als Stiftskirche nur wenige Jahrzehnte nach dem Tod seines Namenspatrons gegründet, lässt sich im Nu vom Bahnhofsvorplatz über Kaiser-, Hafen- und Mühlenstraße sowie den Münsterwall erreichen. Über die Münsterbrücke führt die Route nach rechts durchs Klütviertel, an Wiesen und Feldern und schließlich an der Landstraße entlang zum alten Gut Helpensen.

Bald darauf wird nach links in Richtung Halvestorf abgebogen. Wer sich den nun folgenden steilen Aufstieg sparen möchte, radelt bis Haverbeck weiter und biegt dort nach links in Richtung Hope ab. In Höhe Hope geht es dann einfach ein Stück geradeaus und bald darauf nach rechts auf einem Feldweg Wördeholz und Dehmkerbrock entgegen. Wenn man vom fachwerkgeschmückten Halvestorf kommt, muss man sich an der Kreuzung vor Hope links halten.

Nun streift die Tour die so genannte Dehmker Kulturlandschaft. Anstelle geschlossener Ortschaften haben hier etliche Siedler nach dem 15. Jahrhundert ihr Zuhause in der offenen Gemarkung gefunden. Von Dehmkerbrock weiter nach Multhöpen und dort durch den Buschweg hinunter nach Grupenhagen. Bald kommt Schloss Schwöbber in Sicht. Die Luxuslimousinen rund um das Fünf-Sterne-Hotel samt riesigem Golfplatz sollten nicht abschrecken: Man muss einfach mit dem Rad das bereits 1570 errichtete Anwesen im Weserrenaissancestil umrunden, vielleicht einen Blick in Innenhof und Park werfen oder wenigstens einmal über die lange Buchenhecke auf den großen Teich schauen, in dem sich Bäume und Mauern spiegeln. Auch Aerzen verlangt einen ausführlichen Stopp wegen seiner heute als Kulturzentrum genutzten Domänenburg samt Park, der alten Marienkirche und des idyllischen Fachwerkensembles rund um den „Goldschlag“. Danach sollte man sich entscheiden: Die kurze Route führt ein Stück zurück, wechselt auf eine ehemalige Bahnstrecke, durchquert Groß Berkel und nähert sich abseits der viel befahrenen Bundesstraße Klein Berkel. Dort könnte die Aufmerksamkeit der St.-Annen-Kirche gelten, in der im 15. Jahrhundert die an Aussatz erkrankten Patienten eines nahen Spitals ihr Gotteshaus hatten. Ein Gewässerlehrpfad führt am Flüsschen Humme entlang. Mit der B 83 ist bald wieder Hameln erreicht.

Der 15 Kilometer lange Abstecher von Aerzen verlangt zwar vor Gellersen wiederum einen steilen Anstieg. Dafür belohnt aber das reizvolle Emmertal. In Amelgatzen wird das Flüsschen überquert, um am Waldrand entlang und bald wieder über eine Brücke zur Hämelschenburg zu gelangen. Sie ist das zweite markante Beispiel für die Weserrenaissance-Baukunst im 16. Jahrhundert. Noch bis Ende Oktober beginnen Führungen (außer montags) fast zu jeder vollen Stunde. Die Winterpause endet am 21. März.

Kurz vor Ohr gibt es noch einmal Alternativen: Geradeaus führt der Weg nach Klein Berkel hinein. Nach rechts lockt aber auch das Dörfchen Ohr: In reizvollem Kontrast zueinander stehen ein altes Herrenhaus am Weserufer und eine nahe Siedlung, in der intensiv die Sonne als Energiespender genutzt wird. Oben auf dem Berg liegt ein idyllischer Landschaftspark, der mit buntem Laub gerade in diesen Wochen noch einmal seine ganze Pracht entfaltet, jedoch auch zu anderen Jahreszeiten einen Besuch wert ist.

Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel

mit S-Bahn-Linie 5 bis Hameln

mit dem Auto

über die B 217. Parkplätze am Bahnhof oder in Nähe des Münsters im Bereich der Rattenfängerhalle