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Lüneburger Heide Die Natur hat ab 9.30 Uhr geöffnet
Reisereporter Ausflüge Lüneburger Heide Die Natur hat ab 9.30 Uhr geöffnet
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08:00 06.06.2008
Die Otter in Hankensbüttel sind Lieblinge der Besucher.
Die Otter in Hankensbüttel sind Lieblinge der Besucher. Quelle: Rainer Dröse
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Mutter-Sohn-Dialoge wie dieser sind in der Eingangshalle des Otterzentrums Hankensbüttel öfter zu hören. Denn hier wurde für Frettchen eine kleine Wohngemeinschaft eingerichtet, in der die possierlichen Tiere gut zu beobachten sind. Für Kinder, die Wildtiere außer vom Zoo nur noch vom Fernsehen kennen, ist dieser Anblick vor dem eigentlichen Naturerlebnis-Rundgang schon etwas Besonderes.

Der Tierbestand im Otterzentrum, das Anfang Mai sein 20-jähriges Bestehen feierte, reicht über die – derzeit – 26 Otter weit hinaus. Hermeline, Nerze, Dachse, Baum- und Steinmarder, Iltisse, drei Otterhunde und eben auch Frettchen zählen ebenfalls dazu. Egal, ob man den Rundgang in der Gruppe oder einzeln unternimmt, ob auf eigene Faust oder unter fachkundiger Führung – Wissenswertes und oft auch Unerwartetes über diese Tiere und ihre Lebensräume entdeckt hier jeder Besucher früher oder später. Ein paar Stunden Zeit und Liebe zur Natur sollten allerdings vorhanden sein, denn das 60 000 Quadratmeter große Freigelände bietet entlang von Hecken, Teichen, Wiesen und Äckern eine Menge zum Erkunden.

Im Otterzentrum Hankensbüttel hat die Natur ab 9.30 Uhr geöffnet. Zwischen 10 und 17.30 Uhr wird alle 15 Minuten eine andere Tierart gefüttert. Bei diesen Schaufütterungen haben Besucher viel Spaß, weil die Tiere dann besonders aktiv sind; zudem geben die Tierbetreuer gern Auskunft. Das Otterzentrum hat sich auch sonst einiges einfallen lassen, damit – vornehmlich für Familien – der Erlebnis-Spaziergang nicht langweilig wird. Gleichsam im Vorübergehen werden dabei Hintergründe vermittelt, die bei Kindern, aber auch Erwachsenen mehr Verständnis für die Schutzbedürftigkeit von Tier und Natur bewirken sollen.

Speziell für Schulklassen bietet sich ein Tag im Otterzentrum an. Aber auch mehrtägige Klassenfahrten mit Übernachtungen sind möglich; nicht umsonst ist das Otterzentrum Regionales Umweltbildungszentrum und somit als ein außerschulischer Lernort anerkannt. „Marderland-Geheimnisse“ werden Kindergarten- und Vorschulkindern verraten. Behinderte Kinder und Jugendliche werden zu einer speziellen „Marderland-Tour“ eingeladen.

Sehr beliebt ist die „Genießer-Tour durchs Otterzentrum“, der ein einstündiger geführter Spaziergang bei den Familien Dachs, Steinmarder, Fischotter und Hermelin vorausgeht. Fütterungen schließen sich an. Und dann wird geklärt, warum der Dachs auch „Frechdachs“ genannt wird. Danach gibt’s Kaffee und Kuchen oder Schnitzel mit Beilagen in der „Marder-Klause“ mit Seeblick. Geburtstagsfeiern für Kinder von sieben bis elf Jahren gehören auch zum Angebot. Da verwandelt sich die Geburtstagsgesellschaft schon mal in Otter, Marder und Dachs und spielt deren Lebensweise nach. Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es unter Telefon (058 32) 25 00.
Das Otterzentrum bekommt übrigens keine staatlichen Zuschüsse. Es wird von der „Aktion Fischotterschutz e.V.“ getragen und unterhält sich zudem durch die Eintrittsgelder (3,50 bis 6,50 Euro) und die Erlöse von Restaurant und „Otter-Shop“.

von Monika Ukermann

öffentliche Verkehrsmittel

auf der A 7 bis Celle, dann auf der B 244 Richtung Wittingen bis Hankensbüttel.

mit dem Auto

mit der Bahn bis Wittingen und dann mit dem Anschlussbus 120 nach Hankensbüttel Haltestelle Schulzentrum.