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Lüneburger Heide Zwischen Fachwerk und moderner Lichtkunst
Reisereporter Ausflüge Lüneburger Heide Zwischen Fachwerk und moderner Lichtkunst
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08:00 02.01.2007
24 Stunden Kunst im Bomann Museum Quelle: Karin Blüher
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Das Zweiständerhaus, das in einem Dorf der nahen Umgebung sorgfältig abgebaut worden war, bildet seither die Kulisse für viele regionale Exponate. Da kann man in eine „gute Stube“ der Heidjer gucken oder auch auf den Arbeitsplatz eines Imkers. Wo unter hohen Balken einst Pferde oder Kühe standen, ist normalerweise Hausrat und landwirtschaftliches Gerät zu sehen. Mitunter aber wird Platz gemacht für Sonderausstellungen.

Die Einrichtung bietet themen- und altersgerechte Exkursionen durchs Haus, betreute Kindergeburtstage und handwerkliche Angebote an. Ein kleiner Knüller ist das Faltblatt „Wasserweg“, mit dem große und kleine Besucher Gegenstände zu den Stichworten Trink-, Wasch-, Lösch-, Brunnen- und Moorwasser auskundschaften können.

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Erwachsene schauen sich vielleicht lieber eine bauhistorische Besonderheit an: die Ehrenhalle der hannoverschen Armee mit einem riesigen Gemälde der Schlacht an der Göhrde von 1813. Wer sich dagegen mehr für die Herrscher jener Zeit, ihre Familien und Lebensweisen interessiert, muss hinüber ins Schloss wechseln. Das erlaubt ein recht preiswertes Kombiticket. Wer es noch nicht gewusst haben sollte, ist hinterher schlauer: Von der Celler Linie der Welfen stammen preußische und englische Könige ab.

Vielleicht bleibt noch Zeit für einen Bummel durch die Altstadt. Dann muss man unbedingt vor der Tür der Löwenapotheke ein Hufeisen im Pflaster suchen. Schon der Straßenname Stechbahn erinnert an den einstigen Turnierplatz, auf dem ein Celler Herzog tödlich verunglückte. Es gibt noch mehr zu entdecken: etwa die beiden Prangersäulen vor dem Alten Rathaus oder das Stadtmodell gleich daneben, wo sich auch Blinde und Sehbehinderte einen Eindruck von der Stadt verschaffen können. Für sie gibt es ebenfalls spezielle Führungen durchs Bomann-Museum, wenn sie sich dazu anmelden.

Wer sich für moderne Kunst interessiert, kann sogar mitten in der Nacht kommen. Denn außerhalb der üblichen Öffnungszeiten des neuen Kunstmuseums folgen in bestimmten Abständen Lichtszenen im Außenbereich. Das ist ebenso weltweit einzigartig wie die Reminiszenzen an eine vergessene textile Alltagskultur im Deutschen Stickmustermuseum. Weitere öffentliche Einrichtungen sind der Bauhaus-Architektur, der regionalen Militärgeschichte und dem lokalen Schützenwesen gewidmet.

von Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel

mit der Bahn bis Celle, vom Bahnhof ca. 15 Minuten Fußweg bis in die Innenstadt

mit dem Auto

über die B 3, Parkhäuser in Innenstadtnähe, Parkplätze am Schützenplatz

weitere Infos

Stadtplan, Öffnungszeiten der Museen und wichtige Informationen zu örtlichen Sehenswürdigkeiten bei der Tourismus Region Celle, Markt 14–16, Telefon (0 51 41) 12 12, www.region-celle.de