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Region Hannover In den Wäldern des Herrn Knigge
Reisereporter Ausflüge Region Hannover In den Wäldern des Herrn Knigge
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08:00 08.01.2011
An der „Sölterquelle“ ließ Albrecht von Knigge einen Gedenkstein in Form einer Bank errichten und mit der Bezeichnung „Adamsruh“ versehen. Quelle: Bernd Althammer
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Der Autor war nicht nur ein weit gereister Mann. Er sicherte auch die Existenz des zuletzt sehr verarmten Familienbesitzes am Rande des Deisters.

Wer heute durch Feld und Wald bei Bredenbeck streift, stößt auf viele Spuren der Knigges, deren prächtiger Gutshof am Nordrand des Ortes durchaus einen Blick von der Wennigser Straße aus wert ist. Aber mehr auch nicht, denn die Privatsphäre der Bewohner sollte respektiert werden. Andere interessante Spuren der Familie lassen sich bei einer Wanderung entdecken, die einer durch die Gemeinde Wennigsen markierten Rundtour folgt. Gut sieben Kilometer ist man auf der mit Wappensymbol und „3“ gekennzeichneten Strecke unterwegs. Wer ganz sicher gehen will, steckt sich die amtliche Karte „Wandern im Deister“ (erhältlich im Buchhandel) in den Rucksack oder fragt beim Tourismusservice der Gemeinde Wennigsen im „Reisebüro Cruising“ unter Telefon (0 51 03) 70 05 60, www.reisebuero-cruising.de, nach.

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Vom Parkplatz im Wald ganz am Ende der Deisterstraße fällt der Blick auf zwei Gebäude. Das sind die ehemalige Waschkaue und die Maschinenwerkstatt der bis 1926 betriebenen Kniggeschen Kalkwerke. Wie lebhaft muss es hier einst zugegangen sein: Das auf dem Deisterkamm gebrochene Gestein wurde in Loren talwärts gebracht, in der Fabrik verarbeitet und dann weiter zu den Bestimmungsorten transportiert. Darüber und über Wissenswertes zur Familie Knigge kann man sich jeden dritten Sonntag im Monat zwischen 10 und 12 Uhr in der Heimatstube Bredenbeck informieren oder unter (0 51 09) 65 88 einen Termin vereinbaren.

Doch zunächst lockt die Wanderroute. Sie führt wieder an den Waldrand, umrundet ein Forsthaus und folgt der Steinbeeke allmählich aufwärts bis zur Hannoverschen Heerstraße. Auf dieser einst wichtigsten Verbindung über den Deister, als es im Tal noch keine B 217 gab, geht es nun hinauf zum Taternpfahl. Das war einst ein „Verbotsschild“ für Sinti und Roma („Tatern“), denen 1709 durch Verordnung die Einreise ins Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg verboten worden war.

Nun beginnt schon der Abstieg. Zunächst einige Meter auf gleichem Weg zurück, dann rechts ab, einer aus zwei weißen Querbalken bestehenden Markierung folgend. An der „Sölterquelle“ rasteten vor über 300 Jahren Salzhändler auf ihrem Weg von Bad Münder nach Hannover. Auch Adam von Knigge hat hier gelegentlich eine Pause eingelegt und auf seine Ländereien geguckt, denn die Bäume hier waren noch lange nicht so hoch wie heute. Sein Nachfahr Albrecht von Knigge ließ einen Gedenkstein in Form einer Bank errichten und mit der Bezeichnung „Adamsruh“ versehen.

Nun folgt man dem Weg noch ein Stück weiter zum „Lokomotivbrunnen“. Die Wasserstelle speiste ein Rohr, das eine im Tal verkehrende Dampflok bediente. Danach geht man ein kleines Stück zurück und biegt in den wieder mit „3“ markierten Frauenweg ein. Dort gelangt man zum Abzweig an der Jubiläumseiche. Der 1912 gepflanzte Baum ist zwar schon ersetzt worden, doch der Erinnerungsstein steht noch. Er erinnert an das genau 600 Jahre alte Geschlecht der Knigges und nennt auf der Rückseite die damals lebenden Sprosse der Familie. Schon im nächsten Jahr dürfte ein neues Denkmal fällig sein.

Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel

Mit der S-Bahn bis Wennigsen oder Weetzen und weiter mit dem Bus bis Bredenbeck. Durch die Deisterstraße in wenigen Minuten zu Fuß bis zum Waldrand.

mit dem Auto

Über die B 217, in Holtensen rechts abbiegen.