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Schaumburger Land Goldige Aussichten in Goldbeck
Reisereporter Ausflüge Schaumburger Land Goldige Aussichten in Goldbeck
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08:00 22.11.2010
Goldbeck: Steinerner Tisch an der Goldbachquelle. Quelle: Bernd Althammer
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„In Goldbeck ist kein Gold zu finden, aber Steine gibt’s in großer Zahl“, hat ein beliebter Dorflehrer es formuliert. Seine ehemaligen Schüler brachten diesen Spruch auf einem Gedenkstein an.

Dabei gibt es durchaus goldige Aussichten ins Weserberg- und Nordlippische Land. Eigens dafür ist ein knapp acht Kilometer langer Wanderweg markiert worden, der in weitem Bogen die Ortschaft umrundet und immer wieder mit herrlichen Panoramen auf die nahe Landschaft und ferne Hügelketten überzeugt. Gerade im Herbst ist das besonders reizvoll.

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Die Wanderung beginnt am winzigen Parkplatz, wo die von Rinteln kommende Landstraße den Wald verlässt und eine kleine Fahrbahn nach links abzweigt. An einer Infotafel gibt es einen ersten Überblick. Noch besser aber besorgt man sich die kostenlos erhältlichen „Wandertipps Westliches Weserbergland“ von der Rintelner Touristinformation, Marktplatz 7, Telefon (0 57 51) 40 39 89, www.rinteln.de. In dieser Karte ist die Route „Ri 19“ akkurat eingezeichnet. Mit ihr folgt man nun ein Stück noch die Straße in Richtung Goldbeck, um rechts am mit 378 Metern höchsten Punkt der Gegend abzubiegen. Der Weg führt durch Weiden abwärts ins Tal, macht an einer großen Pferdekoppel einen scharfen Knick nach links und erreicht den Wald. Im weiteren Verlauf hat der Goldbecker Handwerkerverein (HVG) einen hölzernen Hinweis auf die nahe Goldbachquelle gegeben, an der ein wirklich sehenswerter steinerner Tisch steht. Vielleicht stammt von diesem Rinnsal auch der Ortsname, wobei sich das „Gold“ auf die Farbe des Wassers oder die der Pflanzen an seinem Ufer beziehen könnte. Aber vielleicht haben die ersten Siedler auch nur das leuchtende Laub der Buchen im Spätherbst gesehen.

In weitem Bogen nähert man sich nahe „Neu Goldbeck“ und entlang der kleinen Siedlung „Im Dicken“ wieder dem alten Dorf. Auf der kleinen Fahrstraße muss man jedoch aufpassen, damit man den Abzweig in den „Schnaatweg“ nicht übersieht. Sein Name macht auf die Grenze („Schnat“) aufmerksam, die genau hier die Landkreise Schaumburg und Lippe und die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen voneinander trennt. Kurz vor der Landstraße könnte man nun einen Abstecher direkt ins Dorf unternehmen oder aber jenseits der Teerstraße einem südlich ins Hochmoor führenden Weg folgen. Nach etwa hundert Metern steht ein Grenzstein aus dem Jahr 1725.

Ansonsten aber wandert man weiter nach der Markierung „Ri 19“ entlang dem Naturschutzgebiet „Goldbecker Niedermoor“. Die ehemalige Lehmgrube überrascht im Frühjahr mit zahllosen Sumpfdotterblumen. Im weiteren Verlauf schließt sich die ebenfalls unter Schutz stehende „Tiefe Sohle“ an. Das nährstoffarme Wiesengelände ist Heimat für seltene Orchideenarten und sorgte deshalb vor drei Jahrzehnten für große Aufregung im Dorf: Die damalige Kanzlergattin Loki Schmidt war eigens mit dem Hubschrauber gelandet, um das seltene Naturschauspiel selbst in Augenschein zu nehmen.

Das letzte Teilstück der Wanderung führt über Klein Goldbeck zum Ausgangspunkt. Der Ausflug könnte mit einer Einkehr im Gasthaus „Zum Pfingsttor“ im benachbarten Friedrichswald enden oder mit einem Bummel durch Rinteln. Wer bei der Touristinformation nachfragt, kann dort mithilfe eines Faltblatts originelle Hausinschriften entdecken.

Bernd Althammer

öffentliche Verkehrsmittel

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist werktags nur mit mehrmaligem Umsteigen, an Sonntagen mit der Bahn über Elze oder Hameln nach Rinteln und weiter mit Sammeltaxi (Anruf unter (0 18 01) 33 99 33 mindestens eine Stunde vorher) möglich.

mit dem Auto

über die A 2 (Abfahrt Bad Eilsen-Ost) und weiter über Rinteln und Exten nach Goldbeck