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Reisereporter Bremens neue Hafencity nimmt Fahrt auf
Reisereporter Bremens neue Hafencity nimmt Fahrt auf
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00:28 29.12.2012
Der Bremer Hafen hat sich in den vergangenen Jahren neu erfunden. Quelle: Bremer Touristik-Zentrale
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Bremen

Nicht nur als Wohnviertel soll die Überseestadt zur attraktiven Adresse werden, auch für Touristen lohnt sich ein Abstecher - schon jetzt, und bald noch viel mehr. Die Türme des nur gut drei Kilometer entfernten Doms immer in Sichtweite, entstehen Wohnungen mit Weserblick, Büros, Geschäfte, Restaurants und Bars. Der Unterschied zur Hamburger Hafencity: Bremen verbirgt seine industrielle Seite in der Überseestadt nicht. Getreidemühle, Holzhandel, Cornflakesfabrik - die Relikte des Industriezeitalters sind hier lebendig und nah. Der alte Überseehafen wurde 1998 mit 3,5 Millionen Kubikmetern Sand zugeschüttet, auf einem Teil der Fläche entstand der neue Großmarkt.

Wer hier wohnen will, muss auch mit Lastwagenverkehr und den Geräuschen und Gerüchen des Hafenviertels leben. „Bei uns gibt es noch richtigen Umschlag, wir haben urbanes Hafenleben“, sagt Peter Siemering, der den Überseestadt-Marketingverein leitet und Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale ist. „Das Spannende ist, dass man einen Konsens finden muss zwischen Industrie, Wohnen und Büro. Ich glaube, dass das in zehn, 15 Jahren der Magnet sein wird.“

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Der vornehme Landmark-Tower direkt am Weserufer ist das Aushängeschild der Überseestadt. Die Skybar im 20. Stock des Hochhauses bietet einen schönen Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus. Leider ist die Bar nur für Veranstaltungen und Klubmitglieder geöffnet. Aber auch ein Spaziergang am Fuß des Turmes auf der neuen Promenade mit Blick auf die Sport- und Freizeitbootmarina lohnt sich. Dort reihen sich Wohnhäuser und Restaurants aneinander. Gerade begann der Bau der „Bootshäuser“ mit 64 Eigentumswohnungen.

Bis die gesamten 300 Hektar der Überseestadt bebaut sind - das ist fast doppelt so groß wie die Hamburger Außenalster und doppelt so groß wie die Hafencity -, werden noch viele Jahre vergehen. Bis 2025 sollen weitere Parks und Sportanlagen, zahlreiche Wohn-, Büro- und Geschäftshäuser entstehen. 350 Millionen Euro Entwicklungskosten stecken in dem Areal, die Projekte der privaten Investoren kommen auf rund zwei Milliarden Euro. Wenn alles fertig ist, sollen hier einmal 450 Unternehmen mit 9000 Beschäftigten arbeiten. Seinen Containerumschlag erledigt Bremen seit vielen Jahren in Bremerhaven.

Am Eingang zur Überseestadt, direkt hinter der Eisenbahnbrücke am Weserufer, entstehen gerade ein Vier-Sterne-Superior-Hotel mit rund 140 Zimmern und ein Varieté-Theater mit 400 Plätzen. „Das wird eine neue Tourismusattraktion und sicherlich ein hochinteressanter Anlass, Bremen zu besuchen“, ist Siemering überzeugt. Anders als die große Schwester Hamburg hatte Bremen vom Musical-Boom nicht dauerhaft profitieren können. Das Musical-Theater in der Innenstadt wird nur noch für einzelne Konzerte genutzt.

Nach Siemerings Einschätzung ist die Überseestadt für den Tourismus auch deswegen interessant, weil es dort etliche Kultureinrichtungen - darunter die Hochschule für Künste - und eine abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe gibt. Das Hafenmuseum im Speicher XI bietet Einblicke in die Entwicklung der Hafenwirtschaft, bei Lloyd Caffee kann man dem Röster über die Schulter schauen, und in der Kochschule Bremen gibt es die Anleitung zum perfekten Menü.

Sönke Möhl

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