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Reisereporter Holiday im Eis
Reisereporter Holiday im Eis
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16:45 17.01.2011
Einen ganzen Urlaub im Iglu verbringen wohl die wenigsten, aber von einer Nacht unter einer weißen Schneekuppel haben viele schon geträumt. Quelle: srt
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Eine Winternacht in den Bergen ist zweifellos eine eindrucksvolle Erfahrung: Der Schnee glitzert im Mondlicht, die Sterne erscheinen zum Greifen nah, eine tiefe Stille liegt über den Tälern. Kalt kann es natürlich auch werden – und dann soll ein Haus aus Schnee als Unterkunft dienen?

So frostig, wie man sich das vorstellt, ist es in einem Iglu nicht: Unabhängig von der Witterung bleibt die Temperatur im Inneren konstant zwischen null und fünf Grad – mit Thermounterwäsche und warmen Socken gut auszuhalten. Außerdem sind die Liegestätten in den Iglus in der Regel besonders isoliert. Ein kuscheliger Expeditions-schlafsack, der für Temperaturen bis minus 40 Grad ausgelegt ist, wird von allen Veranstaltern gestellt, ebenso wie ein Innenschlafsack, der jedem Gast frisch gewaschen zur Verfügung steht.

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Im Iglu-Dorf Zugspitze werden seit Mitte Dezember aufblasbare Ballons so beschneit, dass wohnliche Schneehöhlen und Verbindungsgänge entstehen. Platzangst muss dabei niemand fürchten – die Schlaf-Iglus sind im Schnitt vier Meter hoch und haben auch einen Durchmesser von vier Metern. In den Standard-Iglus haben bis zu sechs Personen Platz, in den Zweier-Iglus lassen sich die Schlafsäcke zusammenfügen; Felle dienen als Unterlage, und die Wände sind mit beleuchteten Eiskunstwerken gestaltet. In der Romantik-Iglu-Suite verfügen die Gäste sogar über einen eigenen Whirlpool – dafür werden am Wochenende für eine Übernachtung 350 Euro pro Person fällig.

3000 Tonnen Schnee verbaut

Neben dem Zugspitz-Standort betreibt die Iglu-Dorf-Gesellschaft in dieser Wintersaison noch sechs weitere Iglu-Dörfer: in Grandvalira in den Pyrenäen sowie in der Schweiz in Davos-Klosters, Engelberg-Titlis, Gstaad, Zermatt und St. Moritz. Mittlerweile werden an jedem Standort rund 3000 Tonnen Schnee verbaut, die bis Mitte April mehr als 10.000 Gästen ein ungewöhnliches Ferienerlebnis bescheren.

Mit mehreren luxuriös ausgestatteten Iglu-Dörfern wartet Österreich auf: Bevor es im Ice Camp am Kitzsteinhorn auf 2500 Meter Höhe in die warmen Schlafsäcke geht, steht eine Kletterpartie am Eisturm, eine Sternenwanderung oder Bogenschießen auf dem Programm. Wem das zu anstrengend ist, der kann ein cooles Getränk an der Eisbar probieren oder sich unter dem Sternenzelt vom heißen Wasser im Whirlpool verwöhnen lassen.

Zehn Iglu-Suiten wurden auf dem Ahornplateau im Zillertal auf 2000 Meter Höhe errichtet. Unter einer dicken Schneedecke verbirgt sich ein 35 Quadratmeter großer, massiv gebauter Saunabereich. Die White Lounge hat übrigens auch tagsüber geöffnet und fungiert dann als Eisbar mit Sonnenterrasse.

Das Schneedorf im Ötztal punktet mit einer Candlelight-Nacht inklusive Champagner und gestreuten Rosenblättern für Verliebte auf 2000 Meter Höhe. Und wer Lust auf ein Erlebnisdinner an einem Eistisch hat, der besucht das Alpeniglu-Dorf in den Kitzbüheler Alpen: Unweit der Bergstation Hochbrixen stehen nicht nur 18 Iglus, sondern auch eine Eisbar, ein Iglu-Restaurant und ein Museum mit Schnee- und Eisskulpturen.

Zum zweiten Mal hat die Iglu-Lodge am Nebelhorn im Allgäu in diesem Winter ihre eisigen Pforten geöffnet. Eine Übernachtung kann mit einem Allgäuer Käsefondue im Iglu-Restaurant, einer Fackelwanderung oder mit einem Bad im Whirlpool unter Sternen kombiniert werden. Als Extraservice wird ein Guten-Morgen-Tee direkt an den Schlafsack serviert.

Traditionell aus Schneeblöcken wird das Iglu-Dorf Guggl’hupf in den Allgäuer Bergen errichtet. In jedem der gut einem Dutzend Schneehäuser, die auf 1000 Meter Höhe in der Region Jungholz stehen, finden zwei Personen Platz. In der Mitte der Wintersiedlung befindet sich ein beheizbarer Pavillon mit Toiletten und Duschen. Wer möchte, kann sein Iglu auch selbst bauen – und vorab beim Schnee treten und Schneeblöcke schneiden mitmachen.

Christian Purbs 10.01.2011
10.01.2011