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Reisereporter Ice Age und Clown Timo im Iglu
Reisereporter Ice Age und Clown Timo im Iglu
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09:41 10.01.2011
Von Christian Purbs
Grächen in den Schweizer Alpen lockt nicht nur mit 300 Sonnentagen im Jahr. Quelle: Purbs
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Von der Talstation der Gondel Hannigalp führt der Weg zurück ins Dorf durch eine kleine Gasse. Es dämmert und hat angefangen zu schneien, die Kristalle tanzen durch die kalte Luft und verleihen dem Ort einen magischen Reiz. Therese Uhl vom Tourismusverband Grächen bleibt stehen und lässt die Atmosphäre der schmalen Gasse mit ihren urigen alten Holzhäusern auf beiden Seiten auf sich wirken.

„Hier können wir auch noch etwas machen. Vielleicht etwas mit Märchenfiguren. Oder mit Schnitzereien und Bildern“, sagt Uhl. Auch abseits der Pisten etwas Außergewöhnliches erleben, abtauchen in eine andere Welt – in Grächen, einem kleinen Skiort in den Schweizer Alpen, kein Problem. Besonders für Familien ist hier im Wallis der Slogan „Grächen – ein Märchen“ auch Programm.

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Die ersten Schwünge wagen die Besucher aus der norddeutschen Tiefebene oben auf der Hannigalp. Und was könnte besser zu diesem sonnigen Tag passen, als ihn im „Paradiesli“ zu beginnen? In Grächen ist das Paradies blau, schön breit, nicht zu steil – und damit eine Piste ganz nach dem Geschmack der noch etwas unsicheren Skifahrer aus Deutschland. Nach ein paar Abfahrten werden wir mutiger und verlassen das Paradies.

Ein Blick auf den Pistenplan des Skigebietes zeigt, dass den Snowboardern und Skifahrern hier überwiegend Pisten mittleren Schwierigkeitsgrades (rote Markierung) geboten werden (31 von insgesamt 42 Kilometern Pisten). Aber auch die Anfänger kommen nicht zu kurz, in Grächen gibt es ausreichend Möglichkeiten, die Techniken des Skifahrens zu üben. Und für die Kleinsten befindet sich direkt an der Bergstation Hannigalp auf einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmeter „der größte und schönste Kinderpark der Schweiz“, der wirklich kaum Wünsche offen lässt.

Auf der Snowtubing Bahn geht es auch ohne Ski rasant den Berg hinunter, wer eine Pause braucht, schaut im Iglu vorbei, wo auf die Wand aus Eis und Schnee projiziert gerade der Film „Ice Age“ läuft. Und der extra eingestellte Clown Timo und sein Freund, Schneevogel SISU, helfen den Kindern in der Skischule oder backen mit ihnen Pizza.

Aber auch abseits der Pisten gibt es in Grächen für Groß und Klein noch eine Menge zu entdecken und zu tun. Ein kleiner Hügel zum Rodeln oder zum Schneemannbauen findet sich überall, bei einer Schneeschuhwanderung lässt sich die märchenhafte Landschaft einmal aus anderer Perspektive genießen. Und wollte der Vater nicht schon immer mal mit einem Weltmeister den Berg hinuntersausen? Björn Walter wartet schon mit seinem komischen Gefährt, das aussieht wie eine Kreuzung aus Fahrrad und Bob.

Snowbike nennt der Schweizer dieses skurrile Ding, das auf zwei hintereinander angebrachten Skiern steht und eine Fahrradstange zum lenken hat. Wer gerade aus dem „Paradies“ kommt, dem kann doch auch auf so einem Gefährt nichts passieren, oder? „Es ist sehr leicht zu lernen und macht der ganzen Familie Riesenspaß“, sagt der zweimalige Snowbike-Weltmeister. Bereits nach einer halben Stunde düsen wir elegant den Hang hinunter und werden, ganz nach dem Motto: „Wer fällt, fällt weich!“, immer entspannter und damit auch mutiger. Eine super Spaß und absolut empfehlenswert.

Panoramablick genießen

Obwohl es auf den abwechslungsreichen, nach Schweizer Art bestens gepflegten Pisten kein Gedränge gibt, heißt es, ab und zu anhalten; gibt es doch über die weit geschwungenen Hänge ungewöhnliche Ausblicke zu genießen. Oben auf der Terrasse vom Seetalhorn ist der Blick einfach grandios. In 2868 Metern Höhe, bei einem Tee oder einer Suppe aus dem urigen Restaurant, lässt sich der Panoramablick auf die Drei- und Viertausender der Walliser Alpen genießen.

Das Matterhorn (4478 Meter) ist nur von weiter unten zu sehen, aber das stört hier niemanden. Auch vom Trubel Zermatts ist nichts zu spüren, denn dieses überschaubare Skigebiet Grächen ist etwas für gemütliche Familienferien.„Sas Fee, Zermatt, das ist die Champions League. Wir spielen in der Bundesliga“, sagt Therese Uhl.

Noch, denn der kleine Bergort in 1619 Metern Höhe arbeitet fleißig am Aufstieg und plant deshalb in den nächsten Jahren zahlreiche Modernisierungen der zum Teil veralteten Liftanlagen. Kein einfacher Spagat zwischen dem Bewahren des märchenhaften Flairs und der Notwendigkeit, in die Zukunft zu investieren. „Wenn wir etwas machen, dann richtig“, sagt Berno Stoffel, Leiter der Unternehmung Grächen: „Bis 2013 möchten wir die Nummer eins für Familienreisen in der Schweiz sein.“

Ein Ziel, das der Ort bei Marion Loison längst erreicht hat. Die dreifache Mutter aus Geisenheim gehört in Grächen zu den Stammgästen und ist vom einzigartigen Flair des Schweizer Bergdorfes begeistert. „Alles ist gleich um die Ecke und für die Kinder einfach klasse. Grächen“, sagt Loison, „das ist wirklich ein Märchen.“

10.01.2011
22.12.2010