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Reisereporter Der heiße Kuss der Karibik
Reisereporter Der heiße Kuss der Karibik
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11:58 22.07.2013
Eine Herausforderung für Kreuzfahrtkapitäne: Der schmale Hafen von Willemstad auf der Insel CuraÇao wirkt von Bord des Schiffes aus fast wie eine Modellbaulandschaft. Quelle: Willy Kurt
Scarborough

Drei Fregattvögel begleiten mit weit ausgebreiteten Schwingen das Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Scarborough über das glatte, türkis glitzernde Meer. Zum Glück sind wir heute das einzige Kreuzfahrtschiff, das hier anlegt. Das verspricht Ruhe. Ruhe? Von irgendwo dröhnen Lautsprecher. Es ist gerade Wahlkampf auf Tobago, und der wird karibisch geführt: laut, schrill, bunt. Irgendwie passt das zu den vielen kleinen kunterbunten Häusern, die rings um die Bucht wie Farbtupfer aus dem Grün der Hügel hervorschauen. Dazu der makellos blaue Himmel und 26 Grad. So stellt man sich die Karibik vor.

2600 Menschen sind an Bord der „AIDAluna“, aber davon merkt man nicht viel. 600 gehören zur Besatzung, der Großteil kümmert sich um das Wohl der Passagiere. Einige sind in Bereichen, die nie ein Gast sehen wird, wie die unbemerkten Helfer in der Nacht - denn ein Schiff schläft nie. Viele arbeiten aber dort, wo unmittelbarer Kontakt besteht: in den sieben Restaurants zum Beispiel oder an den elf Bars, im Wellnessbereich oder als Guide bei einem der zahlreichen Ausflüge an Land.

Wie bei dem Wanderausflug auf Tobago: Geplant ist eine Tour durch den seit 200 Jahren unter Schutz stehenden Regenwald. Nach kurzer Fahrt ist das Ziel erreicht. Die vielen Grüntöne der üppigen Vegetation überwältigen uns. Gern nehmen wir das Angebot des Guides an, für die Wanderung ein paar Gummistiefel zu leihen. Eine kluge Entscheidung, wie sich nach kurzer Zeit herausstellt: Über Stock und Stein, durch mehr als knöcheltiefen matschigen Lehm geht es zwei Stunden unentwegt durch den Regenwald. Sparsame Mitwanderer ruinieren sich dabei ihre Schuhe. Der Guide kennt Flora und Fauna. Abgesehen von den Rufen exotischer dunkelblauer Vögel herrscht paradiesische Ruhe.

Am nächsten Morgen weckt uns eine Steelband. Am Hafenhaus von Grenada spielt sie zur Begrüßung ,,Guantanamera“. Die Sonne brennt vom Himmel, als wir die Gewürzinsel betreten. Roger, der Fahrer, und Rahel Blackman, unsere Reiseleiterin, erwarten die Gruppe am alten Kleinbus. ,,Ich wurde in der Schweiz geboren. Der Name Blackman kommt von meinem hier geborenen Mann“, sagt Rahel. Ihre Zwillinge gehen auf Grenada zur Schule, Rahels Mann betreibt eine Tauchbasis und ihre Schwiegermutter verkauft Gewürze. „Wir leben alle vom Tourismus“, lacht Rahel.

Die Fahrt führt an einem Haus vorbei, von dessen Balkon aus ein alter Mann freundlich winkt. ,,Das ist der Großvater des Formel-1-Fahrers Lewis Hamilton, der sitzt immer auf dem Balkon“, berichtet Rahel. Unser Ziel ist die Muskatnussfabrik in Gouyave. Wir erfahren, dass die Nutmeg, wie die Muskatnuss hier heißt, eine Multifrucht ist - vom Fruchtfleisch bis zur Nuss wird alles genutzt. Die Weltmarktpreise für Muskat sind so hoch wie nie zuvor - gut für Grenada.

Auf der Rückfahrt zum Schiff machen wir einen Abstecher zu den Concord-Wasserfällen. Dabei zeigt sich die Insel von ihrer ganzen Schönheit - für Europäer ein Garten Eden, ein Fest für die Sinne. Vorbei an Bäumen mit leuchtend gelben Zitronen, Bananenstauden und Kakaobäumen quält sich der alte Bus die engen Serpentinen hoch zum Wasserfall. Kurz die Füße ins erfrischend kühle Nass, schon geht es wieder zurück. Das Schiff wartet. Kreuzfahrertage sind eng getaktet.

Weiter geht es. Jeden Tag eine andere Insel, jeden Tag ein neuer Ausflug. Nachts, auf See, bringen die bis zu 2,50 Meter hohen Wellen das Schiff sanft ins Schaukeln. Das ist angenehm. Auch die Ruhe auf den gut 240 Meter langen Fluren fällt auf. Nach der venezolanischen Isla de Margarita, die sich ebenso wie die Insel Bonaire als ungewöhnlich trocken erweist, steuert das Schiff Curaçao an. Die Insel wirkt wegen ihrer Häuser wie Kleinholland auf karibische Art.

Spektakulär ist die Einfahrt in den Hafen von Willemstad. ,,Ein nautisches Kabinettstück“, sagt Kapitän Albrecht. Wer einmal erlebt hat, wie sich der 252 Meter lange Stahlriese im Zeitlupentempo in die enge Bucht in der Stadt schiebt, sieht den Job der Menschen auf der Brücke mit anderen Augen. Bei 9500 Quadratmetern Seitenfläche drückt der Wind gnadenlos, da ist Können gefragt. Bevor das Schiff am Pier anlegen kann, muss zuerst die uralte Schwenkbrücke zur Seite gefahren werden. Ein aufsehenerregendes Spektakel, das die meisten Passagiere anlockt. Viele stehen morgens um 6 Uhr auf ihren Balkons oder auf Deck.

Als letzte der ABC-Inseln - Aruba, Bonaire und Curaçao - besuchen wir Aruba. Die Insel ist als Tauch-, Bade- und Kiteparadies bekannt. Schon in Stadtnähe beginnen die weißen Korallenstrände am türkisfarbenen Meer. Für die Kreuzfahrer ist ein Ausflug mit dem Landrover in den Arikok-Nationalpark geplant. ,,Anschnallen, festhalten, gleich geht es los“, ruft Fahrer Manuel. Er hat nicht zu viel versprochen. Einige Male glaubt man, dass das Fahrzeug umkippt. Die Vegetation zeigt sich hier von ihrer trockenen Seite: Dornengestrüpp, Säulen-, Blatt- und Kugelkakteen, so weit das Auge reicht, darüber ein dunkelblauer Himmel mit vielen kleinen weißen Wolkentupfern.

Schwärme fliegender Fische begleiten das Schiff auf einer seiner längsten Etappen - 673 Kilometer Seeweg von Oranje-stad nach La Romana in der Dominikanischen Republik. Fasziniert schauen Reisende von Bord aus zu, wie die kleinen Tiere mit ausgebreiteten Brustflossen an einer Welle hochsteigen und im Gleitflug dicht über die Wellenkämme große Strecken gegen den beständig wehenden Nordostpassat zurücklegen. Viele Reisende sind ein wenig wehmütig. Denn dort, wo der Horizont das blaue Meer küsst, geht ihr Karibikabenteuer zu Ende.

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