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Sportbuzzer Hier spricht der Platzwart
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19:05 22.05.2015

Hier spricht der Platzwart

96 – 1. Liga: So war’s in der Saison 2002/2003

Hannover 96 ist zurück in der Bundesliga! Das erfrischende Saisonziel „Deutscher Meister“ wird nach der 1:2-Auftaktnieder­lage beim HSV in „Klassenerhalt“ geändert. Nach vier Spielen ohne Punkt wird auch die viel beachtete Transferprämisse „punktuell verstärken“ in „wir kaufen alles“
geändert. Manager Ricardo Moar bestellt die spanische Sammellieferung Jaime, Fernando und José Manuel, ein Trio wie ein DDR-Briefmarkensatz: einer gut, Rest Schrott. Fernando soll in Hannover angeblich das Fußballspielen erst erlernt haben. Ein gewisser Fredi Bobic wird mit guten Argumenten in kleinen Scheinen zu seinem Traumverein gelockt. Der Rumäne Gheorghe Popescu ist ein erfahrener Abwehrmann. Er hat schon dem Spiel des FC Barcelona seinen Stempel aufgedrückt. Und Galatasaray Istanbul. Und der rumänischen Revolution von 1848. Am Ende schießt ein einsilbiger Tscheche acht Gladbachern den Ball durch die Beine und sichert vorzeitig die Klasse. Platz 11 am Saisonende, erste Träume von Europa. Und: Jiri Stajner, Fußballgott!

Quelle: Ralf zur Nieden

96 – 1. Liga: So war’s in der Saison 2003/2004

Hannover 96 hat es geschafft: Außer Sportredakteuren interessieren sich jetzt auch die „Gala“ und das Fachmagazin „Top Hair“ für die Mannschaft. Grund ist der Portugiese Abel Xavier, ein netter Paradiesvogel, solange ihm niemand an die Frisur packt. Fußball, stellt der neugierige hannoversche Zuschauer fest, liegt Xavier nicht so, vor allem draußen und im Winter. 96 stockt den Kader auf 36 Spieler aus 18 Nationen auf, unter anderem durch Stanko Svitlica, der sein Handwerk bei einem Verein namens Backa Backa Palanka gelernt hat und später zu Srem Sremska Mitrovica wechselt. Da schließt sich ein Kreis Kreis. In Hannover fühlt er sich im Palo Palo am wohlsten. Für Trainer Ralf Rangnick kommt Ewald Lienen mit Ko-Trainer Michael Frontzeck, das Spielsystem wechselt von Spaßkicken mit Gegentorgarantie zu erfolgreichem Gurkenfußball. 0:0 gilt als neues Standardergebnis, das 3:0 gegen den SC Freiburg als Kantersieg, Zettel-Ewald hält als 14. die Klasse. Europa bleibt ein Thema.

Quelle: Ulrich zur Nieden

96 – 1. Liga: So war’s in der Saison 2004/2005

Nach dem 2:2 zu Hause gegen Freiburg folgt ein goldener Oktober mit fünf Siegen in Serie, trotzdem genießt Hannover überregional in etwa die Aufmerksamkeit von Rendsburg oder Aurich. Und das trotz Typen wie Clint Mathis, einem Amerikaner mit einem Backenbart, wegen dem ihn nicht Manchester United beobachten lässt, sondern Teppich-Kibek. Per Mertesacker spielt seine erste volle Saison – ohne jegliche Gelbe Karte. Altin Lala gleicht diese Bilanz souverän aus, trotzdem wird 96 am Ende Fairplay-Sieger. Der erste Titel nach dem Wiederaufstieg, die stadtweiten Feierlichkeiten sollen mit dem Europacupeinzug im kommenden Jahr verbunden werden. Neuer Star der Mannschaft ist Vejlko Paunovic. Er kam vom spanischen Club FC Getafe. Brachte von dort vieles mit wie zum Beispiel fehlende Spielpraxis. Oder Verletzungen, die man in Hannover bis dahin nur vom Hörensagen kannte. Wie Sonnenbrand. Am Ende belegt Hannover einen sorgenfreien 10. Tabellenplatz. Nebojsa Krupnikovic, der Erfinder der gefürchteten kniehohen Ecke, will noch mal internationalen Metropolenfußball erleben und wechselt nach Bielefeld.

Quelle: Ulrich zur Nieden