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Frauenfußball-WM Bundestrainerin Silvia Neid vor der WM zu Gast in Hannover
Sportbuzzer Fußball Frauenfußball-WM Bundestrainerin Silvia Neid vor der WM zu Gast in Hannover
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08:48 25.02.2011
Silvia Neid plaudert in Barsinghausen über die bevorstehende Frauenfußball-WM.
Silvia Neid plaudert in Barsinghausen über die bevorstehende Frauenfußball-WM. Quelle: Uwe Dillenberg
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Natürlich ging es auch am Donnerstag in Barsinghausen vor allem um die Wochen vom 26. Juni bis 17. Juli. Dann findet in Deutschland die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt, und Bundestrainerin Silvia Neid wird eine der Hauptdarstellerinnen sein. Beim 21. Sportjournalistentreffen des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) plauderte die 46-Jährige entspannt und locker über das Großereignis; dass es am Freitag exakt noch 121 Tage sind bis zum Anpfiff, dürfte ihr es leicht gemacht haben.

Mit jedem Tag weniger wird auch bei Neid die Anspannung größer werden, auch wenn sie sagt, „dass wir immer Druck haben, vor jedem Turnier“. Neid weiß, dass „jeder von uns den dritten WM-Titel erwartet“. Deshalb redet sie nicht groß um das Thema Titelverteidigung herum, ohne zu forsche Töne anzuschlagen: „Wir versuchen es und glauben auch, dass wir es schaffen können. Das wäre der große Traum.“

500.000 Karten sind bereits für die WM-Spiele verkauft, ausgerechnet Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und oberster aller Frauenfußballfans, hat zuletzt versucht, die Erwartungen etwas zu dämpfen. „Wir müssen die Dinge nüchtern betrachten und dürfen nicht in eine sachwidrige Euphorie ausbrechen“, sagte Zwanziger, der, wenn es um Frauenfußball geht, sonst gar nicht euphorisch genug sein kann. Doch weil Zwanziger gleich noch Vergleiche zur Männer-WM 2006 als „nicht erlaubt“ bezeichnete, wird klar, worauf er hinauswollte: Zwanziger und auch Neid haben Sorge, dass das Sommermärchen vor fünf Jahren zu große Schatten wirft.

Dabei hat Neid ihrem männlichen Kollegen Joachim Löw, von dem es „ab und zu eine SMS gibt“, etwas voraus: Sie hat Deutschland bereits zum WM-Titel geführt. Und besser als Löw hat sie es auch. Zweieinhalb Monate Vorbereitung, ohne dass die Bundesliga stört – für solch ideale Bedingungen würde Löw vermutlich jeden Tag die Scheiben in der Frankfurter DFB-Zentrale putzen ...

Die Bundesliga ist bereits im Saison-Schlussspurt, Neid verfolgt sie intensiv und hofft, „dass alle gesund bleiben“. Turbine Potsdam führt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor dem 1. FFC Frankfurt an, aber noch nichts erinnert an die großen Wochen im Sommer. Das Spiel FC Bayern gegen Hamburger SV verfolgten am vergangenen Spieltag 220 Zuschauer, und dass der FCR Duisburg Trainerin Martina Voss-Tecklenburg entlassen hat, ging in den Medien unter. Vom 17. Juni an wird das anders sein. Da wird sich Fußball-Deutschland sogar dafür interessieren, welche Bluse Frau Neid trägt.

Tajtana Riegler und Uwe Kranz