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Überregional Alles muss passen beim TSV Havelse
Sportbuzzer Fußball Überregional Alles muss passen beim TSV Havelse
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06:15 20.08.2012
Der Havelser Omer Preljevic (2. von rechts) dreht jubelnd ab, für die Nürnberger Profis Thomas Brunner (links) und Uwe Weidemann bahnt sich beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im DFB-Pokal das sensationelle Aus im DFB-Pokal an. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Garbsen

Die Schweizer Uhrwerke werden für ihre Genauigkeit gerühmt. Das ist hohe Handwerkskunst, die jedoch nur dann funktioniert, wenn ein jedes Rädchen genau ins andere greift. Fast vergleichbar ist es bei den Fußballern des TSV Havelse. Die Elf von André Breitenreiter ist nur dann erfolgreich, dies hat die Vergangenheit gezeigt, wenn alle Spieler die ihnen übertragenen Aufgaben zu 100 Prozent erfüllen können. Gilt dies bereits für die Regionalliga, dann erst recht für die 1. Runde im DFB-Pokal gegen einen Erstligisten. Am Sonntag (14.30 Uhr) empfangen die Garbsener den 1. FC Nürnberg im Wilhelm-Langrehr-Stadion. „Wenn alles zusammenpasst“, sagt der Trainer denn auch, „wollen wir für eine Überraschung sorgen.“ Es gibt noch Eintrittskarten für die Sitz- und Stehplatztribünen.

Die Versuchung wäre groß gewesen, mit diesem attraktiven Spiel in ein größeres Stadion auszuweichen. „Solch ein Spiel muss im eigenen Wohnzimmer stattfinden“, betont Manager Stefan Pralle. Schließlich feiern die Garbsener in diesem Jahr ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum, da ist der Verbleib im heimischen Stadion auch „ein Dank an die Fans und Mitglieder“. Ein weiterer Gedanke: In dem engen Wilhelm-Langrehr-Stadion werden die Fans für eine echte Pokal-Atmosphäre sorgen, wie man sie schon vor fünf Jahren gegen TuS Koblenz genießen durfte. Da sollte der Gänsehautfaktor garantiert sein.

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„Trotz der zu erwartenden hochsommerlichen Temperaturen ist es wichtig, dass meine Spieler über ihren Punkt gehen können“, stellt Breitenreiter fest. 100 Prozent reichen gegen einen Bundesligisten vermutlich nicht aus. Für mehr ist jedoch die Unterstützung von den Rängen notwendig und hilfreich. Aber der ehemalige Profi weiß um den Charakter seiner Spieler und ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Selbstvertrauen sollte zudem der 2:1-Erfolg gegen den Zweitligisten VfL Bochum geben - auch wenn es „nur“ ein Testspiel in der Vorbereitung war.

Dass die Franken den TSV unterschätzen werden, steht nicht zu erwarten. Dieter Hecking kennt den hannoverschen Fußball nicht nur aus seiner Zeit als Trainer bei Hannover 96 genau. Und dass diese Erkenntnisse auf aktuellem Stand sein dürften, dafür spricht, dass er mit seiner Familie in Bad Nenndorf wohnt und so der Regionalbezug nie verlorengehen konnte. Dazu kommt sein Mittelfeldspieler Hanno Balitsch, der bis 2010 fünf Jahre lang für die „Roten“ gespielt hat. Und nicht vergessen werden soll „Club“-Kapitän Raphael Schäfer. Der genoss seine Torhüter-Ausbildung von 1991 bis 1998 bei 96 und wurde in Nürnberg zur unumstrittenen Nummer 1. Dass Balitsch jetzt sein Stellvertreter als Spielführer der Nürnberger geworden ist, rundet dieses Bild noch ab.

„Dieses Pokalspiel ist eine Belohnung für die bei uns geleistete Arbeit“, stellt Pralle fest. Und da wären eine Überraschung gegen den Erstligisten und das Weiterkommen in die 2. Runde sowohl sportlich als auch finanziell ein nicht zu unterschätzender Bonus. Die Uhr tickt!

Dieter Kösel