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Überregional Allofs sauer auf Werder-Fans
Sportbuzzer Fußball Überregional Allofs sauer auf Werder-Fans
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11:45 07.03.2010
Bremen Hugo Almeida (mitte) jubelt mit Marko Marin (links) und Per Mertesacker über sein Tor zum 1:2.
Bremen Hugo Almeida (mitte) jubelt mit Marko Marin (links) und Per Mertesacker über sein Tor zum 1:2. Quelle: dpa
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Dass die Anhänger mehrere Spieler auspfiffen, vor allem die Außenverteidiger Sebastian Prödl und Aymen Abdennour sowie Mesut Özil, kritisierte der Clubchef überraschend scharf. „Das geht so nicht“, sagte Allofs nach dem 2:2. „Das gefällt mir überhaupt nicht, die Spieler brauchen Unterstützung.“

„Ich habe den Eindruck, dass einige hier in Bremen nicht begreifen, dass wir unseren jungen Spielern helfen müssen, statt sie zu verdammen“, klagte der Werder-Boss. „In anderen Stadien werden gerade die jungen Spieler besser unterstützt, wenn es mal nicht so läuft. Das fiel mir schon negativ auf, dass bei schlechten Aktionen immer gleich einen Raunen oder sogar Pfiffe zu hören waren, aber es bei starken Aktionen ruhig blieb.“ Dabei gab es für die Werder-Fans durchaus Grund, um zu feiern. 0:2 lagen die Bremer nach Toren von Pawel Pogrebnjak (15.) und Sami Khedira (43.) bereits hinten und der VfB war drauf und dran, das dritte Tor zu erzielen. Doch dann kippte das Spiel noch einmal und Werder rettete zumindest einen Punkt. „Das war ein gefühlter Sieg“, kommentierte Per Mertesacker.

Das Signal für die nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd gab allerdings kein Bremer, sondern ein Stuttgarter: Jens Lehmann sah bei Hugo Almeidas (75.) Anschlusstreffer schlecht aus, ließ den durchaus haltbaren Ball durchrutschen. Die Bremer, die sich scheinbar schon aufgegeben hatten, drehten noch einmal auf und kamen durch Torsten Frings’ Foulelfmeter (81.) zum Punktgewinn.

„Den kann ich halten“, gab Lehmann unumwunden zu und zeigte sich in Bremen von seiner seriösen Seite. „Ich dachte der Ball springt noch einmal auf, und dann rutscht er mir durch die Hand durch“, erklärte er die Wende des Spiels und klagte noch ein bisschen über den schlechten Rasen, der zwei Tage später ausgetauschte werden soll: „Es wäre schön gewesen, wenn sie das schon letzten Montag gemacht hätten.“

Das war die Wende, sagte auch VfB-Trainer Christian Gross: „Das Tor hat den Gegner natürlich beflügelt.“ Verärgert war der Coach aber nicht über Lehmann, sondern über seine Feldspieler. „Wir haben es verpasst, drei Punkte zu holen“, kommentierte der VfB-Trainer den Spielverlauf: „Wir hätten nach der Führung das dritte Tor machen müssen.“ Seine Kritik: „Wir haben nicht genügend abgeklärt gespielt. Den Ball hätten wir besser zirkulieren lassen müssen.“

Der VfB verpasste es, auf einen Punkt an den Konkurrenten um die Spielberechtigung für die Europa League heranzukommen. Werder hielt den Vier-Punkte-Vorsprung auf den VfB. „Es ist natürlich positiv, dass man noch mal kommen kann“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Wirklich zufrieden war er aber nicht, zu viele Schwächen zeigte sein Team. „Die erste Halbzeit war zu passiv“, kritisierte Schaaf: „Da haben wir zu viel zugelassen und unsere Chancen nicht genutzt.“

Durch das Unentschieden gegen den VfB und den Sieg der Dortmunder gegen Mönchengladbach ist der Abstand zum BVB wieder gewachsen. „Wir sind in einer Phase, in der wir oben rankommen können an den fünften Platz, da hätte ich noch mehr Entschlossenheit gewünscht“, kommentierte Allofs.

lni