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20:05 02.09.2010
Auf die Plätze, fertig, los: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft – hier beim Training vor dem Belgien-Spiel – startet heute in die EM-Qualifikation.
Auf die Plätze, fertig, los: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft – hier beim Training vor dem Belgien-Spiel – startet heute in die EM-Qualifikation. Quelle: ap
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Auf zur Europameisterschaft: 55 Tage nach dem gewonnenen WM-Spiel um Platz 3 gegen Uruguay (3:2) greift das deutsche Fußball-Nationalteam in einen neuen Wettkampf ein – und will dabei einen Fehlstart unbedingt vermeiden. „Wir müssen uns neu beweisen nach der erfolgreichen WM“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. „Wir erwarten, dass sich die Mannschaft reinquält in dieses Spiel“, sagte sein Assistent Hansi Flick vor dem Start in die EM-Qualifikation am Freitag (20.45 Uhr, live in der ARD) in Brüssel gegen Belgien.

Die WM-Belastung steckt noch in Beinen und Köpfen. „Das ist ein ernsthaftes Problem“, sagte Löw. „Die Spieler haben noch nicht ihr hundertprozentiges Leistungsvermögen erreicht.“ Dazu kommen Sorgen in der Abwehr, in der die WM-Spieler Arne Friedrich und Jerome Boateng ausfallen. Andere wie Per Mertesacker oder auch Philipp Lahm sind nur stotternd in die neue Saison gestartet. „Man kann nicht erwarten, dass die Spiele so werden können wie gegen Argentinien und England“, erklärte Lahm. Doch der Ersatz-Kapitän, der weiter mit Stolz die Spielführerbinde trägt, will mit seinen Kollegen den Widrigkeiten trotzen. „Wir wollen mit drei Punkten starten. Wir wissen, dass wir keine leichte Gruppe haben. Aber als deutsche Nationalmannschaft ist man immer der Topfavorit“, sagte der 26-jährige Münchener gestern in La Hulpe bei Brüssel, wo sich die 21 Spieler den letzten Schliff für den EM-Auftakt holten.

„Wir bereiten uns ganz seriös auf Belgien vor“, unterstrich Löw, nachdem er lange schwelende Personalien geklärt hatte: Michael Ballack, der nicht zum Aufgebot gehört, bleibt Kapitän, Lahm wird ihn wie heute vertreten, und im Tor bleibt der Schalker Manuel Neuer die Nummer 1. „Diese Entscheidungen müssen immer akzeptiert werden, und das werden sie auch. Das lernt man von klein auf im Fußballgeschäft“, kommentierte Lahm professionell seinen gescheiterten Vorstoß, dauerhaft das Kapitänsamt zu übernehmen.

Genau haben die Spieler die Ansagen von Löw registriert. „Der Trainer hat auch ganz klar angesprochen, dass das Leistungsprinzip Priorität hat“, erklärte der neue Madrilene Sami Khedira zu Löws Ballack-Lösung und ergänzte: „Damit kann jeder leben.“ Erst wenn der 33-Jährige wieder Topform aufweist, kann er ins Nationalteam zurückkehren und muss dann Khedira erst einmal aus der Startelf verdrängen. Bis dahin aber soll schon die Grundlage für die EM-Teilnahme 2012 gelegt sein. „Es geht nicht um enttäuscht oder nicht enttäuscht. Jetzt geht es darum, die Mannschaft weiterzuführen“, erklärte Lahm.

Bundestrainer Löw weiß genau um die Gefahren gerade nach einem gelungenen Turnier und gegen einen Gegner im Umbruch, der gegen einen WM-Dritten zum jetzigen Zeitpunkt eine große Chance wittert. „Wir werden auf eine hochmotivierte belgische Mannschaft treffen, die sich im Unterschied zu uns in Ruhe vorbereiten konnte“, sagte Löw. Wie es trotzdem klappen könnte mit einem gelungenen Auftakt, verriet Lahm: „Man muss den Gegner eine Stunde, vielleicht auch 70 Minuten lang bearbeiten – und dann zuschlagen.“

So läuft die EM-Qualifikation für 2012

Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine findet vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 statt. Die beiden Gastgeber sind für die Endrunde mit 16 Teams gesetzt. Um die restlichen 14 Plätze streiten sich 51 Länder, darunter Titelverteidiger Spanien und Vize-Europameister Deutschland.

Modus: Die deutsche Elf trifft in Gruppe A außer Auftaktgegner Belgien noch auf die Türkei, Österreich, Kasachstan und Aserbaidschan. Die Sieger der neun Gruppen sowie der beste Gruppenzweite qualifizieren sich direkt für die EM. Da sechs Gruppen aus sechs Teams, drei aber nur aus fünf Mannschaften bestehen, werden bei der Ermittlung des besten Gruppenzweiten die Ergebnisse gegen den Tabellensechsten in den größeren Gruppen nicht gewertet.

Relegation: Die übrigen acht Gruppenzweiten ermitteln in Hin- und Rückspiel die letzten vier Endrundenteilnehmer. Die Paarungen für die Relegation werden ausgelost.

Spieltage: Erstmals finden die Qualifikationsspiele immer freitags und dienstags statt wie bisher am Sonnabend und Mittwoch statt. Damit wird einem Wunsch der Vereine Rechnung getragen, die über eine zu kurze Pause für ihre Nationalspieler zwischen den Mittwochpartien und der Fortsetzung des Ligabetriebes geklagt hatten.

dpa/red.

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